interaktiv

Studieren im Ausland

Unendliche Möglichkeiten

Autor:
Bo

Rubrik:
studium

19.10.2018

Hätte ich mir vor wenigen Wochen vorstellen können, Tee zu trinken und dabei kleine Kängurus und Erdmännchen zu streicheln? Oder mitten inmitten von kreischenden Mädchen K-Pop-Aufführungen auf der Straße zu sehen? Oder etwa den Sonnenuntergang vom Namsan Fernsehturm aus zu beobachten? Wohl eher nicht! Seoul ist eine unglaubliche Stadt, die unheimlich viel zu bieten hat. Dazu gehören auch die Themencafés: Ich war zum Beispiel in einem „Animal Café“, in dem Erdmännchen, Kängurus, Polarfüchse und kleine Raubkatzen zusammenleben. Dort angekommen musste ich meine Sachen sicher verstauen, meine Hände desinfizieren und die Regeln des Cafés lesen und befolgen. Als schließlich drei schlummernde Erdmännchen auf meinem Schoß lagen, war es schwierig, nicht die Fassung zu verlieren. Ich fand die Atmosphäre schön, aber mir ist auch bewusst, dass es nicht richtig ist, diese Tiere in Gefangenschaft zu halten und ihnen den Kontakt zu Menschen aufzudrängen. Es gibt wohl in Seoul noch eine Vielzahl solcher Cafés, etwa mit Hunden, Katzen, Waschbären und Schafen. Diese Stadt lässt absolut schräge Dinge ganz alltäglich wirken.
Sehr amüsant finde ich, dass ein nicht unbeachtlicher Teil der Austauschstudierenden tatsächlich wegen ihrer Liebe zu K-Pop hier sind. Im Gespräch sagten mir viele, dass sie die Songtexte ihrer Idole verstehen, ihre Kultur kennenlernen und ihnen nahe sein wollten. Ich persönlich finde es faszinierend und erschreckend zugleich, wie weit diese Begeisterung für K-Pop geht – spätestens seit meine Zimmergenossin ihre Wand mit dem Gesicht ihres koreanischen Lieblingspopstars zugepflastert hat.

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