interaktiv

Studieren im Ausland

Angekommen?

Autor:
Bo

Rubrik:
studium

13.12.2018

Als ich vor ein paar Tagen mit einer Freundin telefonierte und wir unsere Pläne abglichen, wurde mir bewusst, dass ich momentan ein Leben in Etappen führe. Ich bin immer nur ein paar Monate an einem Ort, bis ich weiterziehe. Momentan bin ich in Seoul, ab Februar in Frankfurt für ein Praktikum beim Hessischen Rundfunk, ab April werde ich meine Bachelorarbeit schreiben und wenn alles nach Plan läuft, bin ich ab Juli für zwei Monate in Berlin. Danach steht wohl mein Master an, auch wenn ich noch nicht weiß, wo ich ihn machen werde oder in welchem Bereich. Bin ich Teil der digitalen Nomaden, die nirgendwo sesshaft werden und immer unterwegs sind? Bin ich auf der Suche nach mir, meinem Leben oder jage ich etwas hinterher?
Mein Leben fühlt sich momentan nicht nach absoluter Freiheit an, da ich weiterhin gewisse Erwartungen in Form von Fristen und Prüfungen erfüllen muss. Diese Dinge sehe ich nicht als Einschränkung, sondern eher als wichtige Richtungsweiser in meinem Alltag. Natürlich ist die Klausurenphase stressig, frustrierend und schlafraubend, aber würde ich mir ohne den Prüfungsdruck tatsächlich die Kursmaterialien so intensiv anschauen und versuchen, den Stoff zu verstehen? Sehr unwahrscheinlich. Meine Pflichten und Aufgaben geben meinem Aufenthalt einen Sinn und eine Funktion. Die Finanzierung läuft übrigens nur, wenn ich etwas vorweisen kann, denn niemand bezahlt jahrelange Weltreisen mit der Intention, in den Tag hinein zu leben. Mein Auslandssemester und meine Praktika öffnen mir die Welt, rechtfertigen die Finanzierung und geben mir Dinge mit auf den Weg, die man durch Reisen allein nicht bekommen kann. Ich kann jedem empfehlen, zu versuchen, so viel wie möglich zu reisen, aber dabei nicht nur Urlaub zu machen. Natürlich ist das auch schön, aber durch Aufenthalte mit mehr Inhalt und Struktur kann man deutlich mehr mitnehmen als nur hübsche Fotos und Andenken.

 

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