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Studieren im Ausland

Land der Extreme

Korea ist ein Land der Extreme – auch, was die Natur betrifft. Jeder der Korea besuchen möchte, sollte unbedingt im Oktober kommen, da der Herbst hier geradezu surreal ist. Die Bäume sind in den buntesten Herbstfarben getränkt und die Farben sind sehr intensiv. Auf Fotos sieht das fast schon unecht aus. Nun ist es Winter und alle hatten mich davor vorgewarnt, wie kalt es hier werden kann. Selbst die Finnen und Norweger haben angeblich Schwierigkeiten den koreanischen Winter zu überstehen. Momentan sind hier wadenlange gefütterte Daunenjacken der letzte Schrei. Jeder Zweite läuft mit einer solchen Jacke herum und der Universitätscampus scheint nur noch aus einer Wolke langer schwarzer Puffjacken zu bestehen. Koreaner legen sehr viel Wert auf Trends, da macht es auch nicht, dass eine solche Jacke schnell mehrere hundert Euro kostet.
Die Konformität in Seoul fällt mir sehr oft auf. Es gibt viele ungeschriebenen Regeln, die strikt befolgt werden und bei Nichtbefolgung für Unruhe sorgen. In der U-Bahn wird zum Beispiel kein Wort gesprochen und nur auf das Smartphone-Display gestarrt. Ich habe am Anfang des Semesters den Fehler gemacht, mich mit einer Freundin in der Bahn zu unterhalten. Nach einigen Minuten spürten wir die Blicke und nahmen uns als Eindringlinge in diesem lärmlosen Raum wahr.
Konformität gibt es auch an der Uni. Von den Studierenden wird selten eine eigene Meinung, Reflektion oder Diskussion erwartet. Nicht das Individuum ist wichtig, sondern die Gruppe. Es kann sehr bequem sein, sich in diese Konformität einzureihen und nicht erst seine Rolle oder Funktion finden zu müssen. Es ist wirklich interessant zu sehen, wie eine kollektivistische Gesellschaft funktioniert.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jan 9, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jan 9, 2019

Studieren im Ausland

Arzt- und Ikeabesuch

Die ersten Tage nach meiner Ankunft in Taiwan waren voller Termine: Mir war das ganz recht. So knüpft man schnell neue Kontakte, lernt die Umgebung kennen und für Heimweh bleibt gar keine Zeit. Manche der Termine waren Orientierungsangebote der Uni, andere wurden von den einheimischen Studierenden organisiert.
Ein Pflichttermin war der Gesundheitscheck. Alternativ hätte ich die Möglichkeit gehabt, bereits in Deutschland meinen Impfpass übersetzen zu lassen, gegebenenfalls fehlende Impfungen nachzuholen und mich röntgen zu lassen, um Tuberkulose auszuschließen. In Deutschland ist so ein Gesundheitscheck als Bedingung für ein Studium wohl kaum denkbar, in Taiwan ist er Standard. Die einheimischen Studierenden und die Austauschstudierenden aus der Volksrepublik China mussten sogar einige weitere Untersuchungen über sich ergehen lassen. Bei ihnen wurden zum Beispiel Sehkraft und Gewicht gemessen.
Ein freiwilliges Angebot war ein Besuch bei Ikea. Die Möbelhauskette ist auch in Taiwan der erste Anlaufpunkt, wenn man sich in einer neuen Wohnung einrichten möchte. Wir kauften etwa Zahnputzbecher, Müslischalen, Wolldecken, Duschvorleger und Besteck.
Bei diesen Terminen habe ich bisher kaum Kontakte zu taiwanesischen Studierenden knüpfen können. Dafür ist es umso einfacher, neue internationale Freundschaften zu schließen – und vielleicht finden sich dann auch bald erste Einheimische, die interessiert an einem Austausch sind.

 

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jan 8, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Jan 8, 2019

Studieren im Ausland

Kein Weihnachtsgefühl

Es ist ja bekannt, dass Unterschiede erst im direkten Vergleich deutlich werden. Diesen Satz kann ich momentan ganz gut nachvollziehen. Während man sich in Deutschland vor selbstgebastelten Adventskalendern, Plätzchen und Weihnachtsmärkten kaum retten kann, ist hier in Seoul ein kleiner Plastiktannenbaum in der Bibliothek das einzige, was an Weihnachten erinnert. In Heidelberg hatte ich den Weihnachtsmarkt direkt vor meiner Haustür. Die Dauerbeschallung mit Weihnachtsliedern, der Geruch nach Bratwürstchen und Glühwein und die bunten Lichter zwingen jedem Besucher Weihnachtsgefühle nahezu auf. Damit verbunden sind aber auch Gedanken an noch fehlende Geschenke, nahende Weihnachtsfeiern und alles, was noch organisiert werden muss. Ich glaube, der Großteil der Bevölkerung fiebert auf Weihnachten hin, ist aber dann doch erleichtert, wenn es wieder vorbei ist.
Hier ist es ganz anders. In Korea gibt es zwar eine große christliche Gemeinde, aber traditionell ist es kein christlich geprägtes Land. Die Isolation bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, die nachfolgende Besetzung von Japan, der Korea-Krieg und die Bemühungen um den wirtschaftlichen Aufschwung ließen wenig Zeit für Weihnachten. Der Dezember fühlt sich hier an wie jeder andere Wintermonat – keine Tannenbäume, kein Spekulatius, kein Weihnachtsschmuck. Bemerkt habe ich das erst, als ich Bilder aus Deutschland gesehen habe. Vermisse ich es? Ehrlich gesagt nicht. Wir Austauschstudierenden sind hier momentan mit dem Lernen beschäftigt und genießen nebenher noch die letzten gemeinsamen Tage vor den Ferien. Daher mein Fazit: Weihnachten ohne das übertriebene Weihnachtsgefühl fühlt sich gut an.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Dec 21, 2018
Autor: Bo
Rubrik: studium
Dec 21, 2018