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Studieren im Ausland

Purer Stress

Ich habe schon oft über Klausurphasen gejammert, aber meine Zeit hier in Seoul toppt alles. In den wenigen Wochen vor Semesterende muss ich vier Klausuren schreiben, vier Referate über die Bühne bringen, drei Essays schreiben, zwei große Projektarbeiten auf die Beine stellen und meine Hausarbeit zu Ende schreiben. Alle stehen unter Strom und schlafen kaum noch. Es sind für uns die letzten Wochen nach ereignisreichen Monaten und bald werden wir wieder in der ganzen Welt verstreut sein. Es ging alles viel zu schnell! Es war so eine berauschende und schöne Zeit und jetzt ist es leider schon fast vorbei. Ich hoffe, wir können in Zukunft alle miteinander in Kontakt bleiben.
Natürlich würde ich mir wünschen momentan weniger Verpflichtungen zu haben, um die verbleibende Zeit mit meinen Freunden zu genießen, aber ich weiß auch, wofür ich mir den ganzen Stress, den Schlafmangel und den Druck antue. Dieses vollgepackte Semester ermöglicht es mir, dass ich mich danach nur auf meine Bachelorarbeit konzentrieren kann und keine Kurse mehr belegen muss. Aber wenn man gut plant, bleibt trotzdem noch Zeit für Freunde. Heute Abend werde ich zum Beispiel mit vier Freunden koreanisches Tisch-Barbecue essen und sicher ein paar sehr schöne Stunden verbringen. Wenn ich eines hier in Korea gelernt habe, dann, dass Balance alles ist und, dass es immer notwendig ist, Opfer zu bringen. Ich hoffe, ich überstehe die Prüfungen und habe noch einige schöne Momente hier.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jan 25, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jan 25, 2019

Studieren im Ausland

Ein wenig wie Schule

An der Uni in Taiwan merkte ich, wie sehr ich mich bereits an das deutsche Hochschulsystem gewöhnt hatte: Studien- und Prüfungsordnung, Statistikklausuren und Hausarbeiten – all das war mir vor zwei Jahren noch fremd. Nach vier Semestern in Bonn sind mir diese Dinge aber so vertraut, dass ich beinahe überrascht war, wie anders es in Taiwan läuft.
Der größte Unterschied: In Taiwan gibt es „mündliche Noten“, wie wir sie aus der Schule kennen. Jeder Dozent kann selbst entscheiden, wie sich die Endnoten, die wir pro Seminar bekommen, zusammensetzen: Für einige bedeutet das, dass zur Hälfte die mündliche Mitarbeit sowie ein Referat und zur anderen Hälfte die Hausarbeit am Ende des Semesters zählen. In anderen Seminaren kommen noch weitere Faktoren hinzu. Für mich ist das neu: In Bonn mussten wir zwar auch eine Studienleistung wie einen Essay oder ein Referat erbringen, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Dass diese benotet wird und relevant für meine Endnote ist, kannte ich bisher noch nicht.
Ein weiterer Unterschied: Das Verhältnis zwischen Professoren und Studierenden empfinde ich als persönlicher. Als mich ein Professor mit meinem Vornamen ansprach, habe ich gar nicht darauf reagiert. In Deutschland werden wir schließlich gesiezt. Mir gefällt diese vertraute Atmosphäre aber gut. Die Professoren sind offener und erzählen zum Beispiel, woran sie selbst gerade forschen. In Bonn wusste ich das bei den meisten meiner Dozenten nicht: So richtig neugierig auf die Forschung bin ich deshalb auch erst hier geworden!

 

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jan 18, 2019

Studieren im Ausland

Endspurt in Seoul

Nach einem kurzen Blick auf den Kalender ist mir klar geworden, dass mein Semester in Seoul schon bald zu Ende ist. Ich kann mir gerade noch gar nicht vorstellen wie es sein wird, wenn alle meine neuen Freunde auf der ganzen Welt verteilt sind und wir uns nicht mehr abends in der Küche treffen können. Ich habe das Glück, dass ich nach dem Ende des Semesters nicht direkt wieder zurückfliege, sondern noch ein wenig Zeit in Seoul verbringen kann. Mir sind so viele Menschen ans Herz gewachsen, so viele Orte haben für mich eine Bedeutung bekommen und selbst der regelmäßige Besuch bestimmter Restaurants ist mir ins Blut übergegangen. Nach nur wenigen Monaten in dieser wundervollen, aber auch ermüdenden Stadt fühle ich mich wie ein Teil von Seoul. Seoul hat mich so intensiv leben und erleben lassen. Alles was ich von Seoul erwartet habe, ist wahr geworden und ich bin hier glücklich.

Momentan scheinen auch meine Professoren den Zeitdruck zu spüren und bombardieren uns mit Arbeit. Essays, Deadlines und Projekte nehmen kein Ende und ich habe jedoch das Gefühl, dass ich die Zeit dadurch noch intensiver erlebe. Wir müssen für die Universität funktionieren und wie am Laufband liefern, aber gleichzeitig schaffen wir es, die Stadt zu entdecken und die Zeit auszukosten. Dadurch leidet allerdings mein Schlaf. Koreanische Studierende halten acht Stunden Schlaf für eine Utopie, die bei dem verlangten Arbeitspensum und einem erfüllten Sozialleben unmöglich sind. Das Leben hier lässt einem nicht die Möglichkeit, Langeweile zu empfinden. Ich finde, dadurch wirkt alles spannender, bunter, größer und rastloser. Schon in wenigen Wochen wird sich mein Leben ändern – ich will noch gar nicht daran denken. Wieder zurück nach Deutschland zu gehen, wo wir mir alles vertraut, aber alles so anders ist, wird sicher seltsam sein.

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Jan 16, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Jan 16, 2019