Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studieren im Ausland

Ankunft in Marseille

Den ersten Tag in Marseille hatte ich komplett durchgeplant. Ich war immer noch auf der Suche nach einer Unterkunft. Am liebsten wollte ich in eine WG ziehen, die in Frankreich allerdings nicht so üblich sind wie in Deutschland. Daher hatte ich bei der Suche einige Schwierigkeiten. Immerhin konnte ich aber drei Besichtigungstermine für meinen Anreisetag vereinbaren.
Nachdem ich mit etwas Verspätung in Marseille landete, versuchte ich herauszufinden, wie ich in die Stadt komme. Ich entschied mich für die günstige Variante – erst Bus, dann Zug. Diese Variante erwies sich als sehr gute Idee! Denn kaum saß ich im Zug, hatte ich einen atemberaubenden Blick auf das Meer und die Stadt.
Am Hauptbahnhof angekommen, machte ich mich auf die Suche nach der Wohnung meiner Gastgeberin für die ersten Tage, die im schönsten Viertel Marseilles liegt. Sie hatte mir über die Plattform „Couchsurfing“ ihr Sofa für die ersten Tage der Wohnungssuche zum Übernachten angeboten. Ich lernte sie kurz kennen, stellte meine Koffer bei ihr ab und dann ging es auch schon zur ersten Besichtigung. Leider waren alle Besichtigungen ein Reinfall. Ein Zimmer hatte nackte Betonwände, bei einem anderen war die Gegend höchst fragwürdig und die letzte Wohnung war einfach sehr dreckig. Zum Glück standen noch zwei Termine an den darauffolgenden Tagen an. Ich hatte die Termine mit meinem Stundenplan der ersten Uniwoche abgestimmt. Ich war nämlich keinen Tag zu früh angereist – am nächsten Morgen ging es um 8 Uhr mit dem ersten Französischkurs los.
Am zweiten Tag fand ich schließlich eine WG, die ich gut fand. Zwei Mitbewohner, ein kleines möbliertes Zimmer und eine super Lage. Der einzige Haken: eine Menge Papierkram. Denn in Frankreich wenden sich Eigentümer oft an Agenturen, die die Wohnung dann vermieten. Die Agentur forderte einen Identitätsnachweis, eine Bürgschaft meiner Eltern und eine Versicherungsbescheinigung – und das alles auf Französisch. Bis ich durch den ganzen Papierkram durchstieg und die erforderlichen Dokumente beschafft hatte, dauerte es noch einige Tage.
Inzwischen konnte ich aber alles regeln und lebe jetzt mitten im Zentrum Marseilles in einer WG mit zwei Franzosen.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Mar 7, 2019
Autor: Katha
Rubrik: studium
Mar 7, 2019

Studieren im Ausland

Hi Hanoi

Hanoi, die Hauptstadt Vietnams ist das absolute Gegenteil von Seoul. Das beginnt schon mit dem Wetter: Während in Seoul noch eisige Temperaturen herrschten, war es in Hanoi bereits angenehm warm. Hanoi gehört zu den kühleren Gegenden Vietnams, aber im Vergleich zu den 15 Grad minus in Seoul kam ich mir vor wie im Paradies. Eine Woche lang erkundete ich die laute und chaotische Metropole. Selbst in Seoul hatte es einige Momente gegeben, in denen ich von dem Verkehr überfordert gewesen war, aber Hanoi war ein ganz anderes Kaliber. In Hanoi existieren keine Verkehrsregeln oder werden zumindest von allen Verkehrsteilnehmern ignoriert. Motorräder mit bis zu fünf Passagieren schlängeln sich seelenruhig durch ein Meer vollgepackter Autos und Motorräder. Eine Straße zu überqueren wird da schnell zum Hürdenlauf.
Aufgefallen ist mir insbesondere die entspannte Lebenseinstellung der Vietnamesen. In Korea habe ich fünf Monate lang eine getriebene Gesellschaft erlebt, die ständig unter Strom steht. In Vietnam herrscht eine völlig andere Mentalität. Wenn ich in Korea in einem Restaurant länger als zwei Minuten auf eine Bedienung hätte warten müssen, wäre das ein Aufreger gewesen. In Vietnam war ich dankbar, wenn der Kellner nach zehn Minuten angeschlendert kam. In Hanoi schaut keiner ständig auf die Uhr, Die Woche in Hanoi hat meinen irren Seoul-Rhythmus durcheinander gebracht und half mir, wieder etwas zu entschleunigen.
Auch wirtschaftlich war ein deutlicher Unterschied zu erkennen. Während Korea eine der stärksten Industrienationen Asiens ist, kann Vietnam da kaum mithalten. Bei der entspannten Einstellung zur Arbeit in Vietnam wundert mich das auch nicht. Die Rastlosigkeit der koreanischen Gesellschaft hat für den riesigen Wirtschaftsboom gesorgt und solch ein Wachstum ist nur möglich, wenn sehr viel Arbeitsleistung verfügbar ist.
Die Zeit in Vietnam hat mir gut gefallen. Das wird definitiv nicht mein letzter Besuch gewesen sein!

 

Autor: Bo  |  Rubrik: studium  |  Mar 1, 2019
Autor: Bo
Rubrik: studium
Mar 1, 2019

Studieren im Ausland

Feuer und Erdbeben

Gleich am ersten Wochenende meines Auslandssemesters in Taiwan kündigte sich ein Tornado an. Unsere Vermieter warnten uns davor, dass eventuell die Restaurants auf dem Campus nicht öffnen und auch die kleinen Läden geschlossen bleiben würden. Klingt harmlos, war für uns aber tatsächlich ein Problem: In unserem Wohnheim könnenen wir nicht kochen, stattdessen gehen wir sonst zweimal täglich in den recht preiswerten Restaurants essen. Um unsere Versorgung sicherzustellen, haben wir uns also in einem der wenigen größeren Supermärkte in Taipeh mit Fertigprodukten ausgestattet. So schlimm wie gedacht war es dann gar nicht: Der gefürchtete Tornado hielt selbst die Straßenstände nicht davon ab, Essen zu verkaufen. Dafür habe ich jetzt genug Fertigsuppen für mein ganzes Auslandssemester.
Tornados kommen in Taiwan eher selten vor, häufiger sind Erdbeben. Damit wir wissen, wie wir in diesem Fall reagieren sollten, organisierten die Besitzer des Studierendenwohnheims einen Kurs. Wir lernten zum Beispiel, wie man einen Feuerlöscher benutzt, um im Ernstfall nicht ratlos vor den Flammen zu stehen. Zu unserer Überraschung hatten sie außerdem einen LKW organisiert, in dessen Innenraum ein Erdbeben simulierte wurde. Ein Tisch und ein Stuhl aus Metall waren am Boden befestigt. Zu sechst betraten wir den Raum. Sobald sich die Tür schloss, begann sich der Raum zu bewegen. Das Beben wurde immer stärker und eine Stimme verkündete, auf welchem Niveau sich das Beben gerade befand. Fest stand: Hätte man die Möbel nicht am Boden befestigt, wären sie uns am Ende um die Ohren geflogen.
Von meinem ersten echten Erdbeben wurde ich direkt am nächsten Morgen geweckt. Ungefähr einmal wöchentlich haben wir seitdem ein Erdbeben miterlebt. Schlimm war bisher noch keines, manche waren so leicht, dass ich sie verschlafen habe. Dennoch ist es gut, auf den Ernstfall vorbereitet zu sein.

 

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Feb 28, 2019