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Studieren im Ausland

Ehrenamt im Auslandssemester

Während ich in Bonn studiert habe, war es mir immer wichtig, ein Ehrenamt zu haben: Es gibt so viele coole Sachen, für die man sich engagieren kann. Am Anfang habe ich Stände für die lokale Gruppe von Amnesty International mitorganisiert, war später einmal für eine Lobbyorganisation in Brüssel und habe immer mal wieder für ein europäisches Onlinemagazin Artikel aus dem Englischen, Spanischen und Französischen übersetzt.
Im Auslandssemester ist das schon schwieriger: Kann man sich hier auch ehrenamtlich engagieren? Meine Gastuni bot zum Beispiel ein Programm an, bei dem ausländische Studierende ehrenamtlich mit Kindern in Schulen Englisch üben konnten. So ganz richtig fühlte sich das für mich aber nicht an: Englisch ist schließlich nicht meine Muttersprache.
Glücklicherweise hat sich dann doch noch etwas ergeben: Treffpunkt Europa, das Onlinemagazin, für das ich vorher übersetzt habe, suchte jemanden, der das Übersetzungsteam koordiniert. Knapp vier Monate lang habe ich das gemacht. Dann wurde der Posten der stellvertretenden Chefredakteurin frei und ich bin aufgerückt. Neben unserer deutschsprachigen Redaktion haben wir noch sechs Partnermagazine, die auf Englisch, Spanisch, Französisch, Niederländisch Italienisch und Polnisch schreiben. Wir wollen damit nationale Filterblasen überwinden, also es deutschen Lesern ermöglichen, zu erfahren, wie junge Europäer über Europapolitik denken, ohne dass sie dafür zwingend Französisch lernen müssen. Deshalb bringen wir nicht nur eigene Texte, sondern auch zahlreiche Übersetzungen zwischen den Partnermagazinen.
Einmal in der Woche skypen wir mit der gesamten Redaktion, um uns abzusprechen: Dass wir dabei zwischen Kanada, Frankreich, Deutschland, Indien und Taiwan verstreut sind, ist egal. Mir hat das noch einmal vor Augen geführt, welche Möglichkeiten das Internet uns doch bietet.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Apr 12, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Apr 12, 2019

Studieren im Ausland

Wanderung in den Calanques

Nach zwei Wochen Uni reicht es dann auch wieder. Es ist erst einmal eine Woche Ferien angesagt. Da das Wetter in Marseille schon lange frühlingshaft warm und sonnig ist, macht das Planen der Ausflüge für diese Woche besonders viel Spaß. Gemeinsam mit den anderen Austauschstudierenden hatte ich insgesamt drei Ziele im Auge: Wir wollten uns den Naturpark „Les Calanques“ im Süden Marseilles ansehen, die Stadt Montpellier entdecken und einen Roadtrip nach Florenz und Nizza mit optionalen Stopps an der Mittelmeerküste machen.

Obwohl das Wetter in Marseille sonst eigentlich immer mitspielt, hätte es an unserem Wandertag besser sein können. Unter einem etwas bedeckten Himmel machten wir uns von der südlichsten Bushaltestelle Marseilles in Richtung Meer auf. Dafür mussten wir allerdings erst den Höhenzug bezwingen, der zwischen uns lag. Zum Glück sind die Berge dort nicht besonders hoch. Am höchsten Punkt angekommen, bot uns unser Wanderweg eine spektakuläre Aussicht. Der Berg, auf dem wir standen, lief mit dem gegenüberliegenden Berg in einem kleinen Tal zusammen, das in eine Türkis schimmernde Bucht mündete. Ein schmaler Kiesstrand säumte das Ufer landeinwärts, während steile Klippen die Bucht links und rechts einrahmten. Diese Art von Bucht nennt man hier „Calanque“ – daher auch der Name des Parks. Am Strand machten wir unsere erste Pause. Zu uns gesellten sich eine Familie mit Hund sowie einige Sonnenstrahlen. Nachdem wir den Anblick ausgiebig genossen hatten, machten wir uns auf den Weg, den nächsten Berg zu erklimmen. Von dort oben bot sich uns ein atemberaubender Blick über das Meer und die kleinen Inseln vor der Küste. Hinter uns erstreckte sich außerdem das sandsteinfarbene Häusermeer Marseilles, das sich auf dem Foto erst nach genauem Hinsehen von den felsigen Bergen um uns herum abhob. Von diesem unverhofften Aussichtspunkt ging es fast nur noch bergab. Von Zeit zu Zeit taten sich zu unsere Linken immer wieder wunderschöne Buchten auf, die mal so steil eingerahmt waren, dass es unmöglich war, hinunter zu gelangen, mal liefen sie in einem wunderschönen seichten Strand aus.

Nach 15 Kilometern erreichten wir unser Ziel: Die Calanque de Callelongue. Dort befindet sich ein kleiner Ort, von dem aus uns ein freundlicher Franzose in seinem Auto wieder mit in die Stadt nahm.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Apr 10, 2019
Autor: Katha
Rubrik: studium
Apr 10, 2019

Studieren im Ausland

Eine Insel neben China

Penny ist mein „Buddy“, also eine Studentin meiner Gast-Uni, die mir vom Büro für internationale Angelegenheiten zugeteilt wurde. Sie geht im nächsten Semester nach Deutschland und möchte mit mir schon jetzt die Sprache üben – und ich kann sie als Orientierungshilfe gut gebrauchen! Penny hat zum Beispiel meinen Stundenplan übersetzt, weil ich die chinesischen Zeichen, die für meine Seminarräume standen, nicht lesen konnte. Und sie ist zum Dolmetschen mitgekommen, als mein Laptop repariert werden musste.
Wir sprechen aber auch über alles Mögliche. „Es ist alles so kompliziert“, sagt Penny oft, wenn ich sie etwas über Politik in Taiwan frage. Taiwans Geschichte ist wohl einzigartig: Als die Kommunisten den Bürgerkrieg in China gewannen, floh die damalige Regierung unter Chiang Kai-shek auf die Insel Taiwan. Daher nennt sich Taiwan immer noch „Republik China“, während Festland-China die Volksrepublik ist. Einige Taiwaner halten bis heute daran fest, dass die Regierung auf Taiwan die einzig rechtmäßige chinesische Regierung ist. Andere sagen, dass die Kommunisten nun einmal den Krieg gewonnen haben, daher rechtmäßig regieren und Taiwan nur eine abtrünnige Provinz ist. Wieder andere sind dafür, dass Taiwan den Konflikt mit Festland-China hinter sich lassen und sich endlich offiziell für unabhängig erklären sollte.
Es ist also kompliziert. Fakt ist, dass auch Deutschland Taiwan nicht als souveränen Staat anerkennt und keine diplomatischen Beziehungen mit der Insel unterhält. In Taipeh, der Hauptstadt Taiwans, gibt es daher zwar ein Deutsches Institut, aber keine Botschaft. Auch sonst ist in Taiwan alles ganz anders als auf dem Festland. Das Wirtschaftssystem ist kapitalistisch, das politische System demokratisch.