Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Studieren im Ausland

HochSCHULE

Das französische Hochschulsystem unterscheidet sich stark vom deutschen. Jemand, der eine gute Ingenieursausbildung abschließen will, geht auf eine „École Centrale“, nicht auf eine Universität. Denn die „Écoles Centrales“ genießen in Frankreich einen hervorragenden Ruf und sind schon in ihren Zugangsvoraussetzungen anspruchsvoller als die Universitäten. Auf eine „École Centrale“ kommt man nur, wenn man das Gymnasium mit sehr guten Noten abgeschlossen und anschließend zwei Jahre in einer Art Grundstudium hervorragende Leistung gezeigt hat. Es ist also nicht ganz einfach, auf diese Hochschulen zu kommen. Wer einen Abschuss von einer „École Centrale“ in der Tasche hat, hat auf dem französischen Arbeitsmarkt in der Regel sehr gute Chancen.
Doch es gibt noch weitere Unterschiede. In Aachen studiere ich vollumfänglich eigenverantwortlich. Ich habe keine Anwesenheitspflicht, ich habe keine Abgaben während des Semesters – im Grunde genommen kann ich während des Semesters machen, was ich will. Natürlich empfiehlt es sich, den Stoff zu lernen und Übungen zu besuchen. Aber ich entscheide selbst, wie ich das mache. An meiner Hochschule in Marseille ist das anders. Es besteht teilweise Anwesenheitspflicht, es gibt kontinuierlich Tests und das Verhältnis zwischen Professoren und Studierenden erinnert mich an die Schule.. Einige Professoren duzen uns sogar, während wir sie siezen müssen. Es kam sogar schon vor, dass wir von einer Professorin angeschrien wurden. Das ist für mich eine extrem ungewöhnliche Erfahrung. In Aachen habe ich eher das Gefühl, auf Augenhöhe behandelt zu werden. Tatsächliche benutze ich im Französischen auch die Wörter „Lehrer“, „Schule“ und „Unterricht“ statt „Professor“, „Hochschule“ oder „Vorlesung“. Einiges an diesem System finde ich durchaus positiv. So ist es einfacher, am Ball zu bleiben und kontinuierlich zu lernen. Außerdem ist die Betreuung durch die Professoren viel besser als in Aachen. Meine Kurse haben nie mehr als 30 Teilnehmer. In Aachen haben Kurse hingegen zwischen 300 und 1.000 Teilnehmer.
Wenn ich die beiden Systeme vergleiche, gefällt mir jedoch persönlich die Freiheit und Eigenverantwortung besser, die ich aus Aachen gewöhnt bin. Am Ende ist das aber Geschmacksache.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  May 21, 2019
Autor: Katha
Rubrik: studium
May 21, 2019

Studieren im Ausland

Karaoke

Bevor ich nach Taiwan gekommen bin, habe ich in meinem Reiseführer einiges über das Land gelesen, was mir etwas klischeehaft vorkam: Karaokebars zum Beispiel. Angeblich sollten die in Taiwan der absolute Hit sein. So ganz konnte ich mir das nicht vorstellen.
Vom Gegenteil wurde ich aber schon bei meiner Ankunft überzeugt: Der Hauptbahnhof von Taipeh hat nämlich sogenannte Karaoke-Boxen. Das sind kleine Zellen, die inmitten von Anzeigetafeln und Ticketschaltern stehen. Im Inneren kann man sich dann Songs aussuchen, bekommt ein Mikro und auf dem Bildschirm vor den schmalen Stühlen wird der Songtext angezeigt.
Wie wichtig Karaoke in Taiwan ist, habe ich aber erst verstanden, als wir mit dem Bus nach Hualien fuhren, einer Stadt an der Ostküste. Die Reise hatte eine Studierendenvereinigung organisiert, sie hatten auch den großen Reisebus gemietet. Und der hatte natürlich ein Karaoke-System: Ganz selbstverständlich holte der Busfahrer Mikros aus einer Box neben seinem Sitz und schaltete die Bildschirme über den Sitzen ein. Aus einem Katalog konnten wir dann die Songs wählen, die wir singen wollten.
Das ist aber noch nicht alles: Taipeh hat außerdem riesige Karaokebars, die so ganz anders sind als die, die ich aus Deutschland kannte. Dort sind es meist normale Bars mit einer Bühne, auf der ein paar besonders Mutige singen. Um der Schüchternheit entgegenzuwirken, ist es in Taiwan gar nicht notwendig, vor Publikum zu singen. Stattdessen mietet man in den Karaokebars ein voll ausgestattetes Zimmer für sich allein. Meist kann man sich sogar Essen und Trinken auf die Zimmer bestellen. Ich frage mich, ob dieses Erfolgsmodell auch in Deutschland funktionieren würde.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  May 14, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
May 14, 2019

Studieren im Ausland

Halbzeit in Marseille

Ich lebe jetzt seit etwas mehr als zwei Monaten in Marseille – über die Hälfte der Zeit ist also schon vorbei. Gut, dass ich vier Semester Höhere Mathematik studiert habe, denn damit kann ich schlossfolgern: Es liegt weniger Zeit in Marseille vor mir, als hinter mir.
Das wiederum überrascht mich. Allerdings nur im ersten Moment. Denn wenn ich mir überlege, was ich hier schon alles erlebt habe, scheint das kaum in zwei Monate zu passen: ich habe mir die Studentenstadt Aix-en-Provence angeschaut, habe die ganze Côte d’Azur östlich von Marseille gesehen, habe in Avignon den Papstpalast besucht, war im Naturpark wandern, im Mittelmeer schwimmen, habe Picknick am Strand von Marseille gemacht, ich war segeln, bin mit Freunden nach Italien gefahren, bin in Nizza über die Strandpromenade spaziert und natürlich habe ich Marseille kennengelernt! Zumindest so weit, wie man das in zwei Monaten kann – denn Marseille ist vielfältig. Während man zwar alle Touristenattraktionen samt historischem Museum stressfrei an einem Tag besuchen kann, braucht es viel länger, bis man die Stadt versteht. Marseille ist dreckig, arm und ungepflegt, gleichzeitig aber auch lebendig, künstlerisch und multikulturell. Die verschiedenen Viertel unterscheiden sich sehr voneinander. Im Maghreb-Viertel drängen sich die Imbissläden aneinander, es gibt Zuckerrohrsaft, Gewürzstände und traditionelles Gebäck. Im ursprünglichen Teil der Stadt stehen die Häuser so eng, dass dort keine Autos fahren können. Die Wände schiefer Fußgängertreppen sind mit Kunstwerken bemalt und die Bewohner haben Blumen und kleine Bäume in bunten Blumentöpfen vor den Eingangstüren stehen. Am Hafen reihen sich die Restaurants und Clubs, im alternativen Viertel finden sich Bars, Studentenkneipen und bunte Graffitis. Und all das ist keine fünfzehn Minuten zu Fuß voneinander entfernt. Dazwischen liegen natürlich auch mal weniger schöne Wohnblöcke und leider gibt es überall Ratten.
Marseille hat viele Gesichter und das finde ich gut. Denn so wird mir hier bestimmt nicht langweilig!

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  May 14, 2019
Autor: Katha
Rubrik: studium
May 14, 2019