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Studieren im Ausland

Ein Tag an der École Centrale de Marseille

Der Tag an meiner französischen Hochschule beginnt um acht Uhr mit der ersten Vorlesung. Zwischen den Vorlesungen, die jeweils zwei Stunden dauern, habe ich eine Viertelstunde Pause. Die Mittagspause dauert sogar über eine Stunde. Wenn ich tatsächlich den ganzen Tag Vorlesungen habe, kann der Tag bis 17.45 Uhr ganz schön lang werden. Da ich aber zwei Kurse weniger habe als regulär vorgesehen, muss ich nicht jeden Tag um acht Uhr hin. Zusätzlich sind Montag- und Donnerstagnachmittag für Sprachkurse und die studentischen Vereine vorgesehen – also habe ich keine Vorlesungen! Diese Regelung finde ich großartig, denn so hat man einen festen Zeitrahmen, in dem man sich kulturell weiterbilden kann sowie einen Anstoß, sich ehrenamtlich zu engagieren. Außerdem bietet die Schule im Rahmen verschiedener Kurse kostenlose Möglichkeiten an, Sport zu machen. Das sorgt für ein echtes Campusgefühl und ist außerdem praktisch, denn die Hochschule liegt am äußersten Rand der Stadt. Wenn man also alles gleich dort erledigen kann, spart man sich weite Wege. Mittags geht es typisch französisch zu: Die Mensa ist etwas chaotisch und man wartet oft lange an der Kasse. Selbstverständlich gibt es drei Gänge: eine kleine Vorspeise von einem kalten Buffet, eins von fünf zur Auswahl stehenden Hauptgerichten und einen Nachtisch in Form von Obst, Joghurt oder einem kleinen Stück Kuchen. Zusammen mit der Wartezeit braucht man, um das alles aufzuessen, schon mal eine Stunde. Anfangs hatte ich nach so einem üppigen Mittagessen oft Schwierigkeiten, am Nachmittag wach zu bleiben. Die Mischung aus Suppenkoma und technischem Französisch hat mich regelmäßig an den Rand meiner Aufmerksamkeitsschwelle getrieben. Inzwischen habe ich mich aber daran gewöhnt und überstehe auch die Nachmittage, ohne einzuschlafen.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  May 28, 2019

Studieren im Ausland

Auf Green Island

Ich finde Inseln ziemlich cool. Als ich mich dazu entschieden habe, ein Auslandssemester in Taiwan zu machen, haben natürlich auch andere Faktoren eine Rolle gespielt, aber toll ist es schon: Der Strand ist schließlich nie weit entfernt. Mit dem Schnellzug kann man in unter zwei Stunden von der größten Stadt im Norden zur größten Stadt im Süden fahren.
Genau das hatten wir vor, als wir nach Green Island fahren wollten: Taiwan besteht nämlich nicht nur aus einer Insel, die Hauptinsel ist von vielen kleineren Inseln umgeben. Green Island ist eine davon und liegt im Südosten. Leider waren wir wohl etwas zu spontan und buchten unsere Fahrt erst an dem Morgen, an dem wir auch losfahren wollten: Für den Schnellzug bekamen wir keine Tickets mehr. So wurden aus unter zwei Stunden ganze sieben Stunden mit dem Bummelzug.
Und es blieb abenteuerlich: Die Fähre, die uns auf die Insel bringen sollte, hatte es nämlich in sich. Mir hatte man vorher geraten, zum Horizont zu schauen, damit mir nicht übel wird. Meist konnte ich den Horizont aber nicht sehen, weil das Schiff so schief über die Wellen ritt, dass er vor dem Fenster verschwand oder Wellen an die Scheiben klatschten und uns die Sicht nahmen.
Als wir auf Green Island ankamen, waren meine Knie weich und mein Magen flau. Was wir auch nicht erwartet haben: So etwas wie öffentliche Verkehrsmittel gibt es auf der kleinen Insel nicht. Stattdessen ist die einzige Möglichkeit, sich schnell fortzubewegen, einen Roller zu mieten. Gesagt, getan: Theoretisch gesehen hätte man vermutlich in knapp einer Stunde um die Insel fahren können. Praktisch gesehen waren da aber so viele schöne Hügel, Strände und Aussichtspunkte, dass wir den ganzen Tag unterwegs waren.
Leider endete unser Kurzurlaub auf Green Island jedoch verfrüht: Die Wettervorhersage prognostizierte einen Tornado, sodass der Fährverkehr eingestellt wurde. Um dennoch zum Festland zu kommen, mussten wir also bereits einen Tag früher als geplant zurück fahren. Eines habe ich in Taiwan gelernt: Die Natur ist immer für Überraschungen gut.

 

Studieren im Ausland

Neues Zuhause im Baltikum

Das erste, das ich gedacht habe, als ich in Riga aus dem Flugzeug gestiegen bin, war, dass es kälter und dunkler ist. Oder bildete ich mir das nur ein? So viel nördlicher als Deutschland liegt Lettland ja gar nicht. Dafür strahlten die Menschen, die mich in meiner neuen Wohngemeinschaft für dieses Semester empfangen haben, umso mehr.
Es war für mich sehr entspannt, einen Zwischenmieter für mein Zimmer in Münster zu finden. Und ebenso leicht war es, ein Zimmer für mich in Riga zu finden. In einer Gruppe für international Studierende auf Facebook war ich schnell fündig geworden. Das bin ich aus Münster so nicht gewohnt. Ich konnte sogar aus verschiedenen Angeboten wählen. Meine Entscheidung fiel auf eine WG, in der wir nun zu siebt wohnen. Das hat manche meiner Freundinnen und Freunde sehr gewundert. Die häufigste Frage war, ob man denn genug Badezimmer in der WG hat? Und wer macht das alles sauber? Dabei sind sieben Menschen doch keine sieben Herausforderungen, sondern sieben Chancen, sieben Bereicherungen!
Die Wohnung liegt zentral und bietet viel Platz. Wir haben ein großes Wohnzimmer und eine große Küche, die Zimmer sind gemütlich, die Badezimmer gut ausgestattet und vor allem sauber, weil eine Putzkraft das für uns einmal in der Woche übernimmt.
In der WG leben Louis Meric, Anouk, Tatiana, Nathalie, Janika und Levente. Alle sind mit Erasmus nach Riga gekommen und stammen aus unterschiedlichen Regionen. Schön finde ich auch, dass alle etwas anderes studieren.
Ich bin sehr froh, in diese Wohnung gezogen zu sein und mit diesen Menschen zusammenwohnen zu können. Jeder ist um das Wohl des anderen bemüht, wir machen ab und zu etwas zusammen oder schauen einfach gemeinsam eine Serie auf dem großen Bildschirm im Wohnzimmer – denn Freizeit haben wir alle mehr als genug. Mittlerweile sind schon ein paar Wochen vergangen und ich kann wirklich behaupten, dass ich mich mittlerweile heimisch fühle.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  May 22, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
May 22, 2019