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Studieren im Ausland

Noch mal orientieren

Nun sitze ich hier, umgeben von zweihundert jungen Leuten, die ihr Studium an der RSU in Riga beginnen werden. Etwas genervt schaue ich mich nach jemandem um, der nicht im ersten Semester ist. Die Orientierungswoche der RSU ist natürlich vor allem für die Erstsemester aus aller Welt, die in Lettland studieren wollen. Den Studierenden wird erklärt, wo sie alle nötigen Informationen erhalten, wo die Bibliothek ist und was in den ersten Semestern anstehen wird.
Erleichtert bin ich, als es zum spielerischen Erkunden des Campus geht, weil ich so endlich die anderen Medizinstudierenden im Erasmus kennenlerne, jedenfalls die paar, die es aus dem Bett geschafft haben. So treffe ich auf Irma und Mario aus Portugal, Lorenzo aus Italien, Mikolai und Ewa aus Polen, Lucija aus Kroatien und Susanna aus Deutschland. Den gesamten Tag verbrachten wir anschließend damit, uns gegenseitig kennenzulernen und das Uni-Gelände zu erkunden. Nach und nach kamen immer mehr Erasmusstudierende hinzu. Es ist erstaunlich, wie wichtig diese ersten Kontakte sind. In Münster habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Menschen, die ich in den ersten Tagen kennengelernt habe, sind jetzt noch meine engsten Freunde an der Uni. Es ist also enorm wichtig, an diesen Einführungstagen teilzunehmen. Die gesamte Woche drehte sich dann weniger ums Studium als ums Kennenlernen. Ich nahm an einer Trampolin-Aktion teil, wohnte zwei Pub-Crawls bei und versuchte auch sonst, mitzubekommen, was alle so machen und was noch ansteht. Beim Erasmus-Programm geht es schließlich nicht nur ums Studieren, sondern auch um das Schließen von Freundschaften mit Menschen aus ganz Europa. Am Ende der Woche stand dann eine Abschluss-Party an.
Die erste Woche und die ersten geknüpften Kontakte gaben mir viel Hoffnung, dass dies ein aufregendes, spannendes und ereignisreiches Semester wird. Bereits in den ersten Tagen sprach ich mit Susanna und Max viel darüber, was wir im Baltikum, in Skandinavien und in Russland sehen wollen und wir schmiedeten erste Pläne, um unser Erasmus möglichst unvergesslich zu machen. Ein bisschen Uni steht wohl auch an – aber das sehe ich entspannt.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jun 25, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jun 25, 2019

Studieren im Ausland

Roadtrip durch Frankreich - Teil 2

Nachdem ich mit einigen Freunden zwei tolle Tage in Lyon verbracht hatte, brachen wir mit unserem VW-Bus mittags auf, um weiter nach Marseille zu fahren.
Dort kauften wir schnell ein und schon ging es an den Strand – schließlich hatten wir jetzt die Küste erreicht. Bei einem üppigen Picknick sahen wir der Sonne zu, wie sie hinter den Frioul-Inseln im Wasser versank. Als es uns zu kalt wurde, machten wir uns auf den Rückweg. Die einmalige Hafenkulisse, um die sich die Bars und Restaurants herum angesiedelt haben, wirkte dabei so einladend, dass wir beim Zurückschlendern noch in eine Bar hineinschauten.
Am nächsten Tag spielten wir das typische Marseille-Touri-Programm durch. Erst ließen wir uns von dem fantastischen Ausblick der Schutzpatron von der Kirche „Notre-Dame de la Garde“ verzaubern, schauten uns das Hafenviertel bei Tag an und liefen bis zu der Kirche, die die Einheimischen „La Major“ nennen. Just in dem Moment, in dem wir eintraten, begann die Orgel zu spielen und lieferte eine beeindruckende Akustikprobe. Danach spazierten wir selbstverständlich durch das wunderschöne Viertel „Panier“.
Tags drauf fuhren wir aus Marseille raus nach Cannes, wo einen Tag zuvor die Filmfestspiele geendet hatten. Bei leichtem Regen drehten wir eine Runde durch den mit Yachten gepflasterten Hafen, liefen über die berühmte Strandpromenade und erfreuten uns eine Weile an den Baggern, die gerade den Strand umbauten – Weiter ging es danach nach Nizza, von dem alle restlos begeistert waren. Die einzige Kritik erntete unser Timing, weil wir zu wenig Zeit hatten, um die ganze Schönheit der Stadt in Ruhe zu genießen. Mein persönliches Highlight sparten wir uns bis zum letzten Tag auf. Am Freitag machten wir einen Ausflug in die Calanques, dem Nationalpark im Süden Marseilles. Die imposanten Felsformationen und die kleinen Strände in den steilen Felsbuchten machen den Park zu einem magischen Ort. Am Strand angekommen, lockte uns das strahlend türkisblaue Wasser trotz seiner wenig einladenden Temperatur sogar ein paar Schwimmzüge in die Bucht hinaus.
So klang ein wunderbarer Roadtrip aus und wir machten uns erfrischt auf den Rückweg.

Studieren im Ausland

Pädagogik und VWL

Wer ein Auslandssemester macht, versucht normalerweise an der Gastuni Kurse zu finden, die er auch zuhause belegen würde. Mir fehlten noch zwei Seminare aus dem Bereich Internationale Beziehungen und zwei soziologische Seminare. Sorgen habe ich mich vor allem um letztere gemacht: Soziologie ist einfach nicht so verbreitet wie Politikwissenschaft, sodass es schwieriger sein kann, entsprechende Seminare zu finden. Dazu kommt, dass ich an meiner Gastuni nicht alle Kurse belegen konnte, da viele auf Chinesisch gehalten wurden.
Letztendlich hätte ich mir keine Sorgen machen müssen: Ich fand nämlich genau zwei englischsprachige Kurse, die mir thematisch gut gefallen haben, einen aus dem Bereich Bildungs-, den anderen aus dem Bereich Innovationssoziologie. Überrascht war ich, dass am Seminar Innovationssoziologie auch viele teilnahmen, die BWL studierten und am bildungssoziologischen Seminar auch einige, die Pädagogik studierten.
Wesentlich einfacher hatte ich es mir im Fall der anderen beiden Seminare vorgestellt: Vorab hatte ich nämlich gesehen, dass es recht viele politikwissenschaftliche Seminare auf Englisch gab. Dadurch, dass ich mir zwei Vormittage für die Soziologiekurse freihalten musste, blieb dann jedoch keine allzu große Auswahl. Letztendlich habe ich mich für ein Seminar über Demokratie und Demokratisierung in Ost- und Südostasien sowie eines über die wirtschaftliche Entwicklung Ostasiens entschieden. Auch hier wurde ich überrascht: Außer mir waren viele dort, die VWL studierten. Letztendlich war das aber wirklich interessant: Gerade weil Politik- und Wirtschaftswissenschaften viele Schnittstellen miteinander teilen, konnten wir viele verschiedene Perspektiven einbringen.

Autor: Marie  |  Rubrik: studium  |  Jun 12, 2019
Autor: Marie
Rubrik: studium
Jun 12, 2019