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Studieren im Ausland

Urlaub in der Provence

Nachdem ich alle Klausuren in einer Woche hinter mich gebracht hatte, war mein Auslandssemester sehr plötzlich vorbei. Aber ich nahm mir noch zwei Wochen Zeit, um die Gegend noch einmal zu genießen. Es hatten sich durchgängig Besucher angekündigt, sodass ich nicht Gefahr lief, Langeweile zu bekommen.
Zwar schaute ich mir mit meinen Besuchern viele Orte an, die ich schon kannte, trotzdem nahm ich sie völlig anders war. Im Urlaubsmodus kam mir die sonst so chaotische Stadt viel entspannter vor. Das mag zum einen daran liegen, dass ich nach den Klausuren meine eigene innere Ruhe wiederfand, aber auch daran, dass Marseille im Juni plötzlich aufblühte. Das Wetter war perfekt, die Strände füllten sich und die ersten Touristenscharen bevölkerten die Stadt.
Aber natürlich habe ich auch Orte besucht, die ich vorher noch nicht gesehen hatte. Mit meinen Eltern fuhr ich zum Beispiel von Sainte Raphael nach Cannes auf der „Corniche“, einer Küstenstraße entlang. Diese Straße ist definitiv die schönste Strecke, die ich jemals befahren habe. Sie führt manchmal weit oben, manchmal fast auf Meeresspiegelhöhe am Strand direkt am Wasser entlang und verbindet dabei die riesige und von Luxusyachten wimmelnde Bucht von Cannes mit der beschaulichen Bucht von St. Raphael. Das Besondere ist aber nicht nur die wunderschöne Aussicht auf das azurblaue Wasser und die süßen Strände, sondern auch die vom Meer abgewandte Seite. Auf dieser Seite schmiegt sich die Straße an einen rotbraunen Felsen, der steil nach oben führt. Aus ihm heraus ragen an den unmöglichsten Stellen mediterrane Häuser und Dörfer, deren rote Hausdächer sich kaum vom Fels abheben. Die Farben des Felsens und des Meeres laufen unten am Ufer so kontrastreich zusammen, dass die Fotos, die ich machte, wie bearbeitet wirken.
Doch nicht nur diese Strecke weiß zu verzaubern. Egal ob steile Felsbuchten, traumhaft klares Wasser, naturbelassene Inseln, der Protz der Luxusyachten oder die malerischen Bergdörfer weiter oben in den Seealpen: Fast alle Landstriche und Städte in der Provence sind auf ganz unterschiedliche Art faszinierend.

 

Studieren im Ausland

Wenn man ohne Sprache sprachlos ist

Ob ich Russisch oder Lettisch spreche, werde ich in brüchigem Englisch gefragt. Ich schüttle den Kopf – weder noch. So stehe ich im Patientenzimmer und weiß mir nicht so recht zu helfen. Ich zeige auf verschiedene Stellen am Körper, die Patientin macht es mir nach, ab und zu nickt sie, ab und zu schüttelt sie den Kopf, aber das wirkt, als hätte es wenig System. So verlasse ich wenig schlauer und unzufrieden das Zimmer und kehre in den Kursraum zurück.
In Lettland wird selbstverständlich Lettisch gesprochen. Und Russisch. Überraschend viel sogar. Dadurch fällt mir der Kontakt zu den Patientinnen und Patienten schon sehr schwer. Meine einzige Möglichkeit, mit Patientinnen und Patienten richtig in Kontakt zu kommen, ist mit anderen mitzulaufen und mir am Ende erzählen zu lassen, was sie herausgefunden haben. Aber selbstverständlich sprechen auch die anderen Studierenden kein perfektes Lettisch. Diese Sprachbarriere wirkt sich stark auf die Art und Weise des Unterrichts aus. Wir waren zwar viel im Krankenhaus, Patienten haben wir aber sehr wenige gesehen. Meistens gab es theoretischen Unterricht. In den ersten drei Wochen bestand dieser aus einer Präsentation durch die Lehrkraft, anschließend ein bisschen „Diskussion“, ab und zu mussten Vorträge gehalten werden, und einmal haben wir es auch in einen Operationssaal geschafft.
Um uns etwas Praxis zu vermitteln, da ja der gesamten Lehre bewusst ist, dass wir wenig mit Patienten in Kontakt kommen können, arbeiteten wir einige Male mit Modellen, waren in einem Technologie-Center, um den Ablauf einer Geburt zu üben, und mussten Videos davon drehen, wie wir ein Neugeborenes wiederbeleben und eine gynäkologische Untersuchung durchführen.
Bereits in den ersten Wochen begann ich den Kontakt zu den Patienten zu vermissen. Dabei wird verständlich, warum deutsche Studierende in Riga versuchen, wieder nach Deutschland zu kommen. Weil dort die Barriere der Sprache nicht vorhanden ist. Und in der Medizin lernt man eben nur, wenn man praktisch arbeiten kann.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Jul 23, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Jul 23, 2019

Studieren im Ausland

Tauchen mit Feuerquallen

An meiner Hochschule in Marseille gibt es zahlreiche studentische Vereine. Einer davon bietet alle möglichen Sportarten an, die mit Wasser zu tun haben. So kam ich zum Tauchen.
Am alten Hafen von Marseille wurde ich mit Neoprenanzug, Taucherbrille, Schwimmflossen und Sauerstofflasche einmal komplett ausgerüstet. Bevor ich diese Montur anlegte, erhielt ich eine kurze Tauchlektion auf einem Boot, das schon in Richtung Tauchspot ablegte. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase an der Wasseroberfläche ging es auf sechs Meter Tiefe. Die Felsen der Insel, an der wir geankert hatten, fielen unter Wasser bis auf sechs Meter recht schroff ab und liefen dann in einem seichten Bogen ins tiefe Blau hinein. Wir hielten uns eng an der Wand und tauchten immer weiter daran entlang. Mein Tauchlehrer nahm mich solange bei der Hand bis ich die Koordination mit den Flossen und der Flasche auf dem Rücken im Griff hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich kaum Gelegenheit gehabt, den Ausflug in diese völlig unbekannte Welt zu genießen. Doch als ich anfing meine Umgebung bewusster wahrzunehmen, konnte ich plötzlich die Wellen hören, die über mir an der Felswand brachen und entdeckte immer mehr Einzelheiten in der buntbewachsenen Felswand. Die Fische hatten in Gegensatz zu mir die Ruhe völlig weg und ließen sich von uns nicht irritieren. Plötzlich tippte mir mein Tauchlehrer an meine Schulter und ich spürte eine komische Berührung an meiner linken Flosse. Als ich einen Blick nach oben warf, stellte ich fest, dass ich mich schnurstracks in einen Schwarm Feuerquallen manövriert hatte. Glücklicherweise erwischte es mich außer an den Flossen aber nirgendwo, sodass ich unversehrt und glücklich wieder am Boot ankam.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Jul 17, 2019
Autor: Katha
Rubrik: studium
Jul 17, 2019