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Studieren im Ausland

Freundschaften

Ich habe eine Freundin, die ich schon seit der Grundschule kenne. Wir waren nicht von Anfang an befreundet, aber wir hielten auch nach der Grundschule noch Kontakt und haben uns nach und nach immer mehr liebgewonnen. Wir waren schon oft längere Zeit und über größere Distanzen voneinander getrennt. Sie ging nach der Grundschule in ein anderes Gymnasium und dann sogar ins Ausland, ich blieb in der Nähe der Heimat. Nach dem Gymnasium nahmen wir uns beide ein Jahr schulfrei, sie wieder im Ausland, ich in einer deutschen Stadt, bis wir uns dann für unsere Studium beide im Norden Deutschlands wiederfanden. Dass wir nur für knapp ein Jahr so nah beieinander sein würden, hätten wir beide nicht gedacht. Jetzt bin ich in Málaga und sie studiert in Paris. Doch trotz unseren unterschiedlichen Lebenswegen haben wir uns nie aus den Augen verloren. Besonders jetzt, wo wir beide im Ausland sind, stehen wir im engen Austausch miteinander und sind uns gegenseitig eine Stütze. Ich bin so froh, eine Freundin wie sie zu haben. Wir wissen alles voneinander. Wir sind, trotz Distanzen, miteinander aufgewachsen, kennen unsere Familien, unsere Stärken und Schwächen und können gemeinsam lachen, weinen und schweigen. Natürlich habe ich über die Jahre noch viele weitere Menschen kennengelernt, die ich zu meinen Freunden zähle. Aber ich habe aber auch gemerkt, dass es immer schwieriger wird, wirklich enge Beziehungen aufzubauen. Das Kennenlernen ist oft unkompliziert, aber den Kontakt aufrechtzuerhalten stellt sich dann als Herausforderung dar. So viele Menschen sind schon in meinen „Zug des Lebens“ eingestiegen und haben ihn, ohne sich zu verabschieden, wieder verlassen. Und je älter man wird, desto mehr andere Verpflichtungen haben oft Priorität, zum Beispiel das Studium, später das Berufsleben und die Familie. Hier in Málaga mache ich natürlich die gleichen Erfahrungen. Ich habe schon viele tolle Leute kennengelernt, manchmal Kontakt gehalten, manchmal nicht. Und dann sind da natürlich noch meine Freunde in Deutschland, denen ich mit Postkarten und Nachrichten immer wieder Lebenszeichen zukommen lasse. Und unweigerlich mache ich mir Druck, um ein Gleichgewicht zwischen Studium, Freunden und natürlich der Zeit mit mir selber zu finden. Das gelingt manchmal mehr, manchmal weniger. Doch wenn alles zu viel wird, gibt es ja zum Glück die Möglichkeit, in Paris anzurufen.

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Nov 22, 2019
Autor: Enne
Rubrik: studium
Nov 22, 2019

Studieren im Ausland

Halloween in Málaga

Als Kind habe ich, wie wahrscheinlich viele andere Kinder auch, Halloween sehr gemocht. Ich habe mich nie sehr aufwendig verkleidet, aber es hat mir viel Spaß gemacht, um die Häuser zu ziehen und um Süßigkeiten zu bitten. Als ich dann älter wurde hatte ich eine Freundin, die bei sich immer eine Party organisiert hat, bei der es sehr leckere Kürbissuppe gab und bei der wir Spiele gespielt haben. In den letzten Jahren habe ich allerdings nichts Besonderes mehr zu Halloween gemacht. Es gab zwar einige Partys, zu denen ich hätte gehen können, aber oft fehlte mir einfach die Lust dazu. Hier in Málaga konnte ich Halloween jedoch nicht ausblenden, denn so viele Läden und Restaurants schmückten ausgiebig ihre Schaufenster und Räume, dass ich einfach in Gruselstimmung kommen musste. Am 31. Oktober traf ich mich dann am Abend mit ein paar Freundinnen und wir kostümierten uns bei einer Kommilitonin zu Hause. Da diese in der Schule lernte, wie man im Theater professionell schminkt, stand uns viel Material zur Verfügung, mit dem wir unsere Gesichter verwandeln konnten. Ich verkleidete mich als Raubkatze, trug „wild“ gemusterte Sachen und hatte Kunstblut in den Mundwinkeln. Als wir mit dem Schminken fertig waren, trafen wir uns mit anderen Erasmusstudentinnen und gingen in einen Club im Zentrum. Ich war überrascht, so viele aufwendig geschminkte und verkleidete Menschen in den Straßen zu sehen: die Stadt war voller Vampire, Hexen und anderer Kreaturen. Wir tanzten einige Stunden und hatten riesigen Spaß. Als unsere Füße wehtaten, wir aber noch keine Lust hatten, nach Hause zu gehen, ging es noch auf eine kleine „After Party“, die auf einer Dachterrasse stattfand. In Decken eingehüllt saßen wir dort und redeten miteinander bis die Sonne aufging. Ich weiß nicht, wie die Zeit so schnell vergehen konnte, aber gegen 8 Uhr am Morgen verabschiedeten wir uns alle voneinander und gingen nach Hause. Mein Tagesrhythmus war zwar nach diesem Erlebnis etwas durcheinander, aber ich hatte eine unglaublich schöne Nacht und werde mich wahrscheinlich noch oft daran erinnern.

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Nov 15, 2019

Studieren im Ausland

Sprachlos

Ich liebe es, mich über meine Sprache auszudrücken und mit anderen Menschen zu kommunizieren. Mir ist das auch noch nie sehr schwergefallen. Deswegen liebe ich auch das Theater, ich höre gerne anderen Menschen zu, lausche Geschichten und Stimmen. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn ich mich einmal nicht mehr so ungezwungen ausdrücken kann und ich meine Mitmenschen nicht mehr verstehe. Doch genau das ist nun auf einmal der Fall, denn oft reichen meine Spanischkenntnisse im Alltag nicht aus und ich habe Schwierigkeiten, alles zu verstehen und mich auszudrücken. Am Anfang war das ein großes Hindernis für mich, besonders im Unterricht an der Hochschule. Vor jedem Satz musste ich erstmal eine ganze Weile nachdenken, mich an die Zeitformen, an die Worte und die Aussprache erinnern. Und wenn sie mir dann einfielen, war es oft schon zu spät und meine Chance, etwas zum Gruppengespräch beizutragen, war verstrichen. Ich redete mir zudem oft ein, dass meine Mitschülerinnen eh nicht mit mir reden wollten, da es ihnen sicher zu anstrengend und zeitaufwendig war, mich zu verstehen. Ich schämte mich sehr und fragte mich oft, warum ich denn überhaupt nach Spanien gegangen bin. Ich begann erst umzudenken, als ich mich mit anderen Erasmusstudierenden austauschte und erfuhr, dass die meisten von ihnen nur Unterricht auf Englisch hatten. Viele drückten gegenüber mir ihre Bewunderung aus, wenn sie erfuhren, dass meine Fächer nur auf Spanisch unterrichtet wurden. Und ich begann immer mehr, mich nicht mehr dafür zu schämen, was ich nicht verstand, sondern stolz darauf zu sein, was ich verstand und dass ich die Möglichkeit nutzte, Spanisch zu lernen. Und zum Glück besteht das Theater ja nicht nur aus Sprache, sondern auch aus Gestik, Mimik, Musik und Tanz. Besonders die Unterrichtsstunden, in denen diese Disziplinen gefragt waren, gefielen mir deshalb sehr gut, denn dann konnte ich mich auf verschiedene Weise ausdrücken und mein Selbstbewusstsein in meiner Klasse immer weiter aufbauen. Ich versuchte, mir weniger Druck zu machen und mich über jeden Fortschritt zu freuen, oder wie meine Mitschülerinnen sagten: Poco a poco!

Autor: Enne  |  Rubrik: studium  |  Oct 30, 2019
Autor: Enne
Rubrik: studium
Oct 30, 2019