interaktiv

Studieren mit Kind

Neurose

Autor:
Jasmin

Rubrik:
studium

26.08.2011

Ich habe Angst. Zumindest ein wenig. Morgen fahre ich zum ersten Mal an meine Uni. Angst macht mir dabei nicht das gruselig Unbekannte, sondern das, was ich von mir schon so richtig gut kenne: Werde ich in den richtigen Bus steigen? An der richtigen Haltestelle aussteigen? Das einzig richtige Uni-Gebäude und den einzig richtigen Seminarraum finden? Nein, werde ich nicht (mittlerweile kann ich mich recht gut einschätzen und versuche damit zurecht zu kommen). Ich werde auch keinesfalls pünktlich sein (Vorsorglich habe ich mich per Mail schon einmal dafür entschuldigt und die Schuld daran der Bahn gegeben). Und ich werde auch nicht ausgeruht und konzentriert dem Seminar folgen, sondern ich werde verschwitzt und zerzauselt auf dem exponiertesten Platz im Raum sitzen, wirr um mich schielen und mich fragen, ob ich die Herdplatte abgestellt und das Fenster zugemacht habe. Meistens habe ich das. Wahrscheinlichkeit statt Gewissheit. Muss reichen.

Aber irgendwann ist man ja dann doch angekommen und spätestens der Praxisteil des Seminars im Kunstquartier in Hagen wird mich von meiner eventuell in Flammen stehenden Wohnung ablenken, ganz bestimmt. Darüber hinaus gehe ich davon aus, dass ich einiges aus dem Museumspraktikum mit den Seminarinhalten verknüpfen kann – darüber mache ich mir keine Sorgen. Ich werde Inhalte verknüpfen, wie eine Irre.

Und mit viel Glück komme ich sogar noch Samstagnacht nach Hause, wenn alles klappt und ich den letzten Zug erwische. Und vom Zugfenster sehe ich dann, ein paar Minuten vor dem Bahnhof, dass meine Wohnung noch steht und alles ist gut. Und am Sonntag hole ich Carla.

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