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Studieren mit Kind

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Autor:
Jasmin

Rubrik:
studium

16.09.2011

Ich mache mein Praktikum in einem eher kleinen Museum. Zugegeben. Da ereignet sich nicht wöchentlich Spektakuläres. Der Vorteil: Ich gewinne einen Überblick über die verschiedenen Arbeitsbereiche. Es ist also auf keinen Fall eintönig, dagegen aber sehr wahrscheinlich, dass Praktikanten an größeren Museen wochenlang die gleiche Tätigkeit ausführen, während ich fast überall ein bisschen „mitspielen“ darf: Für die Bibliothek muss der Neuzugang an Büchern inventarisiert werden, die Rückgabe von Leihgaben muss im Bestandsinventar vermerkt werden, für die Aufsicht in den Ausstellungsräumen wird kurzfristig eine Vertretung gesucht und die Schließfächer in der Garderobe brauchen neue Nummern. Außerdem geht das Gerücht von Ungeziefer im Depot, dort sollte also einmal gründlich geputzt werden, weniger angenehm also. Zum Ausgleich darf ich aber mit, um mit dem Ausstellungstechniker, ganz gemütlich im Café, die neuen Ausstellungsräume planen (da quatsche ich dann auch mit rein, sie reißt mich halt schon ein bisschen mit, die Begeisterung).

Und dann ist da noch die Frage, wie können die Objekte samt der zugehörigen Info am besten präsentiert werden? Und welche Objekte dürfen denn nun eigentlich vom Depot ins Museum wandern?

Durch diesen Rundumblick gehe ich selbst wieder gerne in Museen. Jetzt interessiert mich nicht mehr nur, was präsentiert wird, sondern vor allem, wie es präsentiert wird. Und das trifft auf die wohl wichtigste Lektion meines Praktikums: Bei der Gestaltung einer Ausstellung hat der Ausstellungsleiter möglicherweise freie Hand, was er nicht hat, ist Geld. Für die passende Beleuchtung zum Beispiel. Oder für etwas weniger miefige Vitrinen. Oder für Multimedia-Schnickschnack. Beim nächsten Museumsbesuch also nicht zu kritisch sein, lieber mal staunen, wie aus fast nichts überhaupt eine Ausstellung zustande gekommen ist!

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