interaktiv

Studieren mit Kind

Zygmunts Diagnose

Autor:
Jasmin

Rubrik:
studium

24.01.2012

Ich bin wieder fleißig. Ich habe einige meiner To-dos abgehakt: Schallplatten für Bekannte digitalisiert und den Küchenschrank aufgeräumt (also einen der Küchenschränke, der beim Öffnen Teile seines Inhalts ins Spülbecken spuckt). Und ich bereite mich auf meine mündliche Semesterprüfung vor. Bevor ich mich aber auf ein Thema festlege, muss ich erst mal all diese soziologischen Gegenwartsdiagnosen im Studienbrief und die Pflichtlektüre durchgearbeitet haben. Gerade bin ich großer Fan von Zygmunt Bauman. Weil es mir immer leicht fällt zu lernen, wenn ich mich mit dem Stoff identifizieren kann und das Kapitel über ihn so hübsch beschriftet ist: „Die Unordnung aushalten - Plädoyer für eine postmoderne Moral“.

Im ersten Teil der Überschrift kann ich mich sehr gut wiederfinden, die Unordnung auszuhalten ist eine meiner täglichen Übungen, auch wenn Zygmunt sicher nicht an meine restlichen Küchenschränke gedacht hat. Und zu seiner düsteren Diagnose der Gegenwart präsentiert er auch gleich noch eine Lösung, das finde ich sehr hübsch: die häufig bejammerte Individualisierung und die daraus folgende Nichtfestlegung auf Bindungen und so weiter ist nicht etwa ein Hinweis auf eine unreife Persönlichkeitsstruktur (Ätsch, Sigmund!), sondern Ausdruck einer postmodernen Moral, die gerade in der Einsicht in ein nicht änderbares Chaos liegt (Danke Zygmunt!).

Auf meiner persönlichen Alltagsebene heißt das: Dringend mehr von Bauman lesen – und die Unordnung in den Schränken einfach aushalten!

Praktischer als man denkt, diese Soziologie!

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