interaktiv

Studieren mit Kind

Wieder Scharlach ...

Autor:
Jasmin

Rubrik:
studium

06.06.2012

Pünktlich vor dem langen Pfingstwochenende, also direkt am Samstagmorgen um halb fünf, wachte meine Tochter mit Fieber auf. Mist. Weil erstens natürlich: Das arme Kind. Und zweitens natürlich: Die arme Mama. Denn: Wenn ich nicht arbeite, gibt’s auch kein Geld. Und fast noch schlimmer: Wenn ich keine Vertretung für mich finde, bleibt der Laden zu! Das geht gar nicht.

Ich schalte von Halbschlaf auf Aktionismus, überlege, wen ich weshalb anrufen muss. Um fünf Uhr morgens läuft meine sorgfältige Planung allerdings ins Leere.

Also, dann eben das eigentlich Wichtigste zuerst: Tee kochen, Fieber messen, feststellen, dass im Medizinschränkchen nichts Brauchbares zu finden ist, vorlesen, kuscheln und versuchen, nicht wieder einzuschlafen (aus Angst, nicht zu bemerken, dass es dem Kind schlechter geht). Dabei fällt mir das neue „Bitte-lesen! Wichtig!“-Plakat im Kindergarten ein:

Scharlach, steht darauf, in der roten Gruppe!

Mist, aber solange Carla keine Halsschmerzen hat, ist alles gut. Mein Kind, das wohl jeden Gedanken mitgehört hat, schlägt die fiebrigen Augen auf und krächzt: Mama, mein Hals tut so weh! Ich würde ihr gerne nicht glauben, aber das, was da aus ihrem Mund kommt riecht bestialisch nach entzündetem Rachen! Mist! Inzwischen ist es halb acht und der Kindsvater sicher voller Verständnis für einen Notfallanruf. Ist er, er kommt zur Ablösung, ich kann zur Arbeit und einkaufen. Und Carla wird von Papa bespaßt. Dumm nur, dass ich für meinen eigentlich kindfreien Abend ganz andere, wunderbare Pläne hatte… Aber, wie wir alle wissen: Krankes Kind geht vor! Und so ein Mütterverdienstkreuz ist ja auch nicht zu verachten…

Und vor Müdigkeit nach Arbeit und Krankenpflege komme ich abends nicht mal dazu, meine Uni-Unterlagen zu lesen. Sollte ich aber: In zwei Wochen muss ich mich nämlich für die Semesterprüfungen anmelden. Kann nicht schaden, zu wissen, worum es eigentlich geht und welche Prüfungsform ich wähle. Aber erst einmal die Nacht rumbringen, Carla wird wohl kaum durchschlafen. Das Hausmittelarsenal steht griffbereit neben dem Bett: Thermoskanne mit Salbeitee, Fieberthermometer, Wasserschüssel für Wadenwickel. Und auch wenn‘s wenig hilft, es beruhigt. Beide!

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