interaktiv

Zukunft Ingenieurin?

Und meine Familie?

Autor:
Janine

Rubrik:
orientieren

25.02.2008

„Morgen fliege ich nach Bangkok, ich hab da einen wichtigen Termin." „Ich habe sechs Jahre lang als Ingenieur in Indonesien gearbeitet." „Viele Firmen fordern von ihren Ingenieuren, dass sie in Entwicklungsländer arbeiten."

Solche und ähnliche Sätze höre ich während meines Wirtschaftspraktikums bei einem großen Windenergiekonzern ständig und zu allem Überfluss bekomme ich am eigenen Leib zu spüren, wie schnell man doch in dieser Branche unfreiwillig den Betrieb wechseln muss: „Mein Betrieb" wurde in den letzten Monaten beispielsweise gleich zweimal verkauft: erst an eine irische Firma, die dann wiederum an einen Schotten verkaufte... Nun ja, dass mag vielleicht der Extremfall sein, aber dennoch: Es sind immer neue Arbeitbedingungen, auf die man sich einstellen muss und die Gefahr, doch lange Zeit im Ausland verbringen zu müssen, ist immer wieder gegeben.

Und was ist, wenn ich dann eine Familie habe? Ich möchte die Entwicklung meines Kindes nicht über Photos und Videos verfolgen und wichtige Abschnitte seines Lebens verpassen, weil ich irgendwo in Indien arbeiten muss... Sicher, ich muss nicht zwangsläufig ins Ausland, aber die Zeiten, in denen sich Ingenieure ihren Arbeitsplatz förmlich aussuchen können, werden auch nicht ewig andauern und dann werde ich mit dem vorlieb nehmen müssen, was mir angeboten wird. Für ein harmonisches Familienleben nicht gerade die besten Aussichten, oder?

 

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