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Zukunft Ingenieurin!

Was machen die denn da?

Autor:
Janine

Rubrik:
studium

24.11.2011

Was machen sechs Studenten, ein Professor, ein 13.400 Euro teures Schallmessgerät (sieht man dem guten Stück übrigens wirklich nicht an), eine schallharte Platte, ein Notizblock und ein Kugelschreiber an einem kalten Novembertag auf einer Koppel? Richtig: Sie messen den Schall, den die campuseigene Windenergieanlage aussendet.

So eine Schallmessung funktioniert, vereinfacht gesagt, wie folgt:

1) Man nehme eine Windenergieanlage.

2) Man erfasse die Daten der Windenergieanlage, sprich die momentane Leistung, die Windgeschwindigkeit usw.

3) Man entferne sich rund 50 Meter von der Windenergieanlage und bleibe immer schön auf der Leeseite, also der Wind abgewandten Seite (auch auf die Gefahr hin, am Ende in einem Teich zu stehen)

4) Man schalte die Windenergieanlage aus und messe die Hintergrundgeräusche, die logischerweise nicht zur Schallemission hinzuzurechnen sind.

5) Anschließend messe man den Schall der Windenergieanlage im Betrieb; auftretende Störgeräusche wie Jogger, Vögel oder Hunde sind hierbei aufzuzeichnen.

Achtung: Bei allen Messungen muss darauf geachtet werden, dass die Gruppe der messenden Studenten keinen Laut von sich gibt, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Und ich sage euch: So eine Messminute kann ganz schön lang werden.

Und so müssen wir für Außenstehende ein recht belustigendes Bild abgegeben haben. Sechs Personen mit wetterfester Kleidung, die vor einer kreisrunden Platte mit einem komisch aussehenden Gerät stehen und keinen Laut von sich geben, während sie gebannt auf die Flügel einer Windenergieanlage starren. Und so stand den vorbeikommenden Passanten des Öfteren die Frage ins Gesicht geschrieben: „Was machen die denn da?“

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