interaktiv

Zukunft Ingenieurin?

Luxus, Luxus, Luxus

Autor:
Janine

Rubrik:
studium

28.08.2008

„Very good, Madame!" Ich kann mir das Lachen kaum verkneifen, als ich in das Gesicht des Kellners schaue. „Very good, Madame! Very good, Sir!" scheinen offenbar seine absoluten Lieblingssätze zu sein, denn die fünf Minuten, die ich im Restaurant sitze, habe ich sie schon an die 20 Mal gehört.

Ich befinde mich in einem mit 2 Michelin-Sternen gekrönten Restaurant in einem 5-Sterne-Hotel in Amsterdam, genauer gesagt in UNSEREM 5-Sterne Hotel. Wir, das bin ich und weitere 4 Freunde, die von dem Sechsten in unserem Bunde auf die phantastische Kurzreise eingeladen wurden. Klingt wie im Märchen, ist aber wirklich so. Und so verbrachte ich vier wunderschöne Tage in mehr Luxus als ich mir je erträumen konnte. Über Stadtrundfahrten mit eigenem Chauffeur, Grachtenfahrten mit 5-Sterne-Dinner usw. war einfach alles dabei.

„Ich würde später gerne so viel Geld verdienen, dass ich mir so etwas wie das hier immer mal wieder leisten könnte"; diese Bemerkung eines meiner Reisebegleiter lies mich dann aber doch etwas ins Grübeln kommen. Kofferträger, Schuhputzservice, Security Personal - dieses Hotel lies wirklich keine Wünsch offen und dennoch: Nichts durfte ich selber machen, nicht einmal meinen Koffer ins Taxi heben und erst recht nicht die Wagentür hinter mir schließen. Sicherlich - man gewöhnt sich an dieses Luxusleben schnell, aber ob ich wirklich bereit wäre, zehn Stunden die Woche mehr zu arbeiten und permanenten Dauerstress ausgesetzt zu sein, nur um mir derartiges leisten zu können, ist dennoch fraglich.

„Dann doch lieber etwas mehr Freizeit zu Hause und bei meiner Familie verbringen", denke ich und beiße genüsslich in mein McDonalds-Menü, dass ich mir im Anschluss an den Restaurantbesucht gekauft habe.

Feinschmeckerrestaurants sind eben doch nichts für jedermann.  

Diesen Artikel teilen