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Meine Abschlussarbeit

Die „Queen of Fettnäpfchen“

Autor:
Janna

Rubrik:
studium

27.10.2017

Mein Adelstitel: Queen of Fettnäpfchen. Sei es, dass ich lautstark von einem Typen schwärme, der – bis dahin unbemerkt – zwei Meter hinter mir steht. Sei es, dass ich munter vor mich hinplappere und erst mittendrin feststelle, dass ich gerade Dinge ausgeplaudert habe, die mein Gegenüber lieber nicht wissen sollte. Sei es, dass ich Menschen Dinge abkaufe, die offensichtlich Schwachsinn sind. Und von Stolpern, Hinfallen, Umschmeißen und andere Leute versehentlich schwer verletzen, fangen wir am besten gar nicht erst an.
Das alles ist aber nichts im Vergleich zu dem, was mir jetzt passiert ist: Am Freitag habe ich meine Bachelorarbeit abgegeben. Bis halb vier Uhr morgens hatte ich noch letzte Korrekturen eingearbeitet. Nach fünf Stunden Schlaf ging es erst zum Copyshop, dann zum Prüfungsbüro. Bis dahin war alles super. Ich war geradezu geflasht von der Schönheit der frisch gebundenen Bachelorarbeit und hatte mit Absicht nur einmal kurz durchgeblättert, aus Angst, Fehler zu finden. Beim Prüfungsbüro musste ich noch vergessene Unterschriften eintragen, aber danach war ich unglaublich glücklich.
Meinem Betreuer sollte ich die Bachelorarbeit zusätzlich per E-Mail schicken, was ich erst abends vom Laptop einer Freundin aus machte. Am Samstag hatte ich mit dem E-Mail-Programm Probleme, sodass ich erst sonntags in der Bahn das nächste Mal meine Nachrichten checkte – zwei waren vom Betreuer. Inhalt: „Sind Sie sicher, dass Sie mir die aktuelle Version geschickt haben?“ Ich hatte ihm wohl ein Zwischenstadium geschickt, in dem es noch kein Literaturverzeichnis gab, aber dafür diverse Korrekturanmerkungen der Art „hier vielleicht noch ausführlicher“ oder „muss Nils mir nochmal erklären“.
Nach der ersten Peinlichkeit kam die Panik: Habe ich womöglich die falsche Arbeit ausgedruckt und abgegeben? So viel Mühe, vor allem in den letzten Tagen und das vollkommen umsonst? Zum Glück hatte ich das Deckblatt der Arbeit abfotografiert, weil ich so begeistert war, und das darauf gedruckte Datum war der Tag der Abgabe. Zu Hause stellte ich dann fest: Ich hatte bloß eine veraltete Version geschickt. Eine Entschuldigung per E-Mail an meinen Betreuer mit der richtigen Version im Anhang später war die Sache gegessen – unglaublich peinlich finde ich das Ganze trotzdem!

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