interaktiv

Meine Abschlussarbeit

Vom Anfangen und Weitermachen

Autor:
Noelle

Rubrik:
orientieren

13.11.2017

Obwohl ich die meiste Zeit der Woche in der Uni verbringe, schaffe ich nicht viel. Egal, ob E-Mails oder der Text von einem Freund, den ich Korrektur lesen soll – mir kommt ständig etwas dazwischen. Und wenn es nicht irgendwelche anderen Aufgaben sind, die mich ablenken, dann ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich durch soziale Netzwerke klicke. Dabei sollte mein Fokus doch auf dem Schreiben meiner Masterarbeit liegen, immerhin ist dies mein letztes Semester und von meinem Abschluss trennen mich nur noch wenige Monate. Doch auch, wenn ich mich tagtäglich an den Computer in der Uni setze, habe ich manchmal das Gefühl, als wolle ich gar nicht fertig werden. Klingt komisch oder? Dabei sind die Gründe dafür ganz simpel.
Zum Einen ist da dieser Anspruch an mich selbst, der mir sagt, dass meine Masterarbeit vollkommen perfekt werden muss. Ich liebe mein Thema und auch in den vorbereitenden Hausarbeiten hatte ich richtig gute Noten, was für meine Verhältnisse echt ein Wunder ist, aber wie heißt es so schön? Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Meine gute Vorarbeit gibt mir das sichere Gefühl, in die richtige Richtung zu gehen. Gleichzeitig setzt sie mich aber auch unter Druck, für meine Masterarbeit ein ähnlich gutes Ergebnis zu erzielen. Deshalb kommt es mir so vor, als könnte ich mit jedem weiteren Absatz, mit jedem weiteren Wort, mit jeder weiteren Fußnote alles vermurksen.
Vielleicht ist das aber auch Quatsch und ich suche nur nach einem guten Argument, mich vom Arbeiten abzuhalten. Denn je schneller ich fertig werde, desto eher hört das auf, was jetzt mein ganzes Leben ist: nämlich mein Studium. Auch wenn ich schon einen ganz konkreten Plan für danach habe, merke ich mit jedem Tag deutlicher, wie schwer es mir am Ende fallen wird, alles hier in Göttingen zurückzulassen. All die Freunde, die ich hier kennenlernen durfte, all die Abende, die wir lachend oder weinend – oder manchmal auch lachend UND weinend – miteinander verbracht haben. Ich war hier nie allein und wahrscheinlich fällt mir das Fertigwerden so schwer, weil ich weiß, dass das in München erst einmal anders sein wird.

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