interaktiv

Auszeit vom Studium

Zeitreise

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

08.12.2017

Dreieinhalb. So viele Jahre ist es her, dass ich zur Schule gegangen bin. Im März 2014 hatte ich meinen letzten Schultag, im Juli meinen Abiball, danach kam die gescheiterte Bewerbung um einen Medizinstudienplatz in Oldenburg.
Zweieinviertel. So weit liegt bereits der Abschluss meines Freiwilligendienstes in Oldenburg zurück.
Vier. Die bisher absolvierten Semester des Medizinstudiums.
All diese Zahlen zeigen mir, wie lange ich mir schon die Frage stelle, was ich mit meinem Leben anfangen möchte. Noch viel mehr zeigen mir dies die anderen Volontäre bei Shanti, die zum größten Teil in diesem Jahr ihr Abitur gemacht haben. Sie haben sich entschieden, nach der Schule nicht direkt mit einem Studium oder einer Ausbildung zu beginnen, sondern freiwillig für ein paar Monate in Kathmandu zu arbeiten, um danach Südostasien – oder auch andere Teile dieser Welt – zu bereisen. Aber auch bei ihnen kommen Fragen auf: Was kommt danach? Was passiert dann mit meinem Leben? Was will ich werden?
Einerseits beneide ich sie um diese Freiheit und all die Möglichkeiten, die vor ihnen liegen. Andererseits bin ich froh, dass es mit meinem Studium weitergeht, sobald ich wieder in Deutschland bin. Es liegen kein Umzug, keine Bewerbungen, keine großen Entscheidungen mehr vor mir – es geht einfach weiter wie bisher.
Was mich allerdings sehr beeindruckt, ist ihr Mut, für einen Freiwilligendienst viele Tausend Kilometer zu reisen. Ich habe über diese Möglichkeit mit 18 Jahren gar nicht nachgedacht. Ich hatte weder genug Geld dafür, noch ausreichend Fernweh. Außerdem waren in meinem Jahrgang kaum Leute, die für eine längere Zeit ins Ausland wollten. Ein paar von ihnen hat es nach Neuseeland oder Australien verschlagen, einige wenige machten einen Freiwilligendienst und die meisten begannen eine Ausbildung oder ein Studium, Von Letzteres sind viele bereits fertig und stehen erneut vor der Frage, wo es für sie hingehen soll.

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