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Auszeit vom Studium

Auf dem Dach der Welt

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

03.01.2018

Nepal ist das am höchsten gelegene Land dieser Erde. Beachtliche Anteile am Himalaya liegen dort, darunter zur Hälfte der Mount Everest. Weltweit gibt es 14 Berge, die mehr als 8.000 Meter messen – Nepal gehören mehr als die Hälfte davon. Da ist es schon fast Pflicht, sich zu Bergketten, reißenden Flüssen, steilen Tälern und weiten Blicken aufzumachen; auf in die Natur, in die Schönheit und Unberührtheit der Prärie.
Trekken – das heißt, einen Rucksack mit den wichtigsten Dingen packen, die Wanderschuhe anziehen und den Körper auf einem 14 Tage und über 200 Kilometer langen Fußweg herauszufordern. So gut wie jeder macht einen Trek in Nepal. Es ist das erste Gesprächsthema, das aufkommt, wenn man hier Reisende kennenlernt. Die meisten machen den Annapurna Circuit, den wohl populärsten Trek dort. Bekannter ist nur noch, sich zum Everest-Basecamp aufzumachen oder den Everest gleich ganz zu besteigen. Da das aber nicht nur gefährlich, sondern auch sehr teuer ist – allein die Zugangsberechtigung zur Everest-Region kostet einige tausend Euro –, wählen die meisten andere Routen. Meine Freundin und ich wollten keinen touristischen Trek machen, lieber abseits von all den Massen durch wenig besuchte Dörfer laufen und Blicke haben, die wir in Ruhe genießen können. Deshalb haben wir uns für den Manaslu Circuit entschieden, umrundeten also den mit 8.148 Metern achthöchsten Berg der Erde.
Der Haken an dieser Tour sind die Kosten. Für das Manaslu-Gebiet ist es nämlich Pflicht, von einem Bergführer geleitet zu werden. Ebenso ist die Trekking-Genehmigung mit 10 Euro am Tag nicht gerade preiswert. Die Kosten für den Guide selbst belaufen sich auf etwa 450 Euro und die Versicherung für ihn beträgt etwas mehr als 100 Euro. Außerdem rechneten wir mit maximal 20 Euro pro Person und Tag für Unterkunft und Verpflegung sowie die Anfahrt im lokalen Bus mit je 15 Euro pro Fahrt, ebenfalls für den Guide.
Wir hatten zwischendurch eine Panne, weshalb wir für etwa 150 Kilometer Strecke beinahe 14 Stunden brauchten. Der Bus war ständig voll mit Menschen, die Nahrung oder Tiere transportierten, weshalb ständiger Lärm und intensive Gerüche unsere Begleiter waren.
Mit 500 Euro für jeden war der Trek also recht teuer. Aber als wir nach unserer ersten Nacht in Soti Khola beim Frühstuck um 6.30 Uhr erste Blicke auf das Tal wurde uns bereits klar, dass sich das lohnen wird.

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