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Auszeit vom Studium

Auf zu Trek Nummer zwei! Teil 1

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

18.01.2018

Keuchend bewältigen wir die letzten Meter, steigen über Steine, die leicht mit Eis überzogen sind, die bunten tibetanischen Gebetsfahnen im Blick, die auf der Spitze des Larkya Las wehen. Das Atmen fällt schwer, die Luft ist dünn und kalt, das Gepäck wiegt schwer auf unseren Rücken. Unser Guide ist uns ein Stück vorausgeilt und grinst uns von oben entgegen. Während ich auf unser Ziel blicke, schießen mir die Bilder der vergangenen Tage durch den Kopf. Gestartet sind wir auf 600 Metern Höhe in Soti Khola. Wir sind durch ein Tal gelaufen, das von hohen Bergen eingerahmt wird, durch die Mitte fließt ein Fluss, dessen Ufer erahnen lassen, wie breit und reißend er in der Regenzeit sein muss. Jeden Tag haben wir 300 bis 1000 Höhenmeter bewältigt, übernachteten in kleinen Dörfern, deren Einwohner uns freundlich empfingen. Wir gingen an steilen Hängen entlang, mussten durch so manchen Bach hindurch und überquerten den Fluss auf bis zu hundert Meter langen Hängebrücken.
In diesen Tagen durften wir erfahren, wie einfaches Leben aussieht. Die Bergbewohner des Himalayas sind nepalesischer und tibetischer Herkunft. Insbesondere ab 3.000 Metern Höhe ist viel tibetanische Kultur zu erkennen, die vor allem buddhistisch geprägt ist und sich in bunten Gebetsfahnen und beschriebenen Steintafeln präsentiert. Insgesamt hatten wir auf unserer Wanderung drei heiße Duschen, von denen eine kaputt war, ansonsten wurde uns kaltes Wasser zum Waschen bereitgestellt. WLAN hatten wir ein einziges Mal, allerdings gegen viel Geld. Strom gab es nur, sobald es dunkel wurde, Heizungen waren nie vorhanden, ab und zu gab es kleine Öfen im Gemeinschaftsraum der Lodges, in denen Holz verbrannt wurde, um wenigstens ein bisschen Wärme zu haben. Nachts wird es über 3.000 Metern richtig kalt, weshalb wir ständig in warme Kleidung eingepackt waren und zusätzlich zu unserem Schlafsack noch um eine Decke baten.

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