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Auszeit vom Studium

Auf zu Trek Nummer zwei! Teil 2

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

29.01.2018

Von all den Dörfern, die wir auf unserem zweiten Trek im Himalaya durchquert haben, hat uns das Dorf Samagaun am meisten zum Staunen gebracht und geprägt. Mehrfach hatten wir den Eindruck, uns inmitten der Kulisse eines mittelalterlichen Filmes zu befinden. Die Menschen dort leben in einfachen Steinhäusern, teils mit Wellblechen oder Brettern als Dach und tragen abgetragene und schmutzige Kleidung. Die Kinder hatten stark gerötete und ausgetrocknete Wangen und spielten mit einem Eimerdeckel, den sie als Frisbee verwendeten. Nur ein Gletscher trennt das Dorf vom Achttausender Manaslu und auch sonst ist es umringt von 6.000 und 7.000 Meter hohen Bergen. Deshalb gibt es nur wenige Stunden am Tag Sonne, meistens ist es grau und trist, dunkel und kalt. Diesen Ort umgibt eine Magie, die mich bis in meine Träume verfolgte.
Wir haben hier drei Volontärinnen kennengelernt, die in der Schule arbeiten, um Englischunterricht zu geben oder bei Hausaufgaben zu helfen. Ebenso leisten sie medizinische Hilfe, denn der Ort ist nur über einen kleinen Pfad erreichbar und damit recht schlecht versorgt. Wir hatten etwa neun Tage gebraucht, bis wir hierher gelangten. Allerdings gibt es tatsächlich eine Hubschrauberverbindung, um den Transport von Gütern zu gewährleisten. Man möchte sich nicht ausmalen, wie es den Menschen hier gehen würde, wenn nicht der Tourismus ein wenig Geld brächte und die Versorgungslage verbesserte.
Oben angekommen, gab uns unser Guide Äpfel, die er extra in einem der niedriger gelegenen Dörfer für uns gekauft hatte. Wir setzten uns auf die Steine, machten Fotos und genossen den Ausblick auf die Berge um uns herum und ins Tal hinein.
Julia und ich sind uns einig: Der Himalaya ist das Schönste, was wir bisher in unserem Leben gesehen haben. Nichts ist so überwältigend, faszinierend, herausfordernd und im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend wie dieses Gebirge mit den höchsten Bergen der Welt. Wir sind auf 5.106 Meter gestiegen, höher als der höchste Berg Europas – das war eine ganz besondere Erfahrung.

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