interaktiv

Auszeit vom Studium

Danjabat

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

26.02.2018

Drei Monate arbeiteten wir für den Leprahilfeverein Shanti in Kathmandu – und kamen an unsere Grenzen. Oft mühten wir uns ewig mit einer Sache ab, nur um herauszufinden, dass es auch einfachere Wege gibt oder etwas schon erledigt wurde. Uns hat dieser Aufenthalt gezeigt, wie wichtig Kommunikation ist – und was passiert, wenn es keine gibt oder sie durch kulturelle und sprachliche Barrieren erschwert wird. Oft bekamen wir für unsere Mühen keinerlei Anerkennung und überlegten manches Mal, ob wir aufgeben sollten.
Doch dann haben wir uns aufgerafft, denn wir haben gemerkt, was wir schon mit Kleinigkeiten bewirken können. Wie schön war es, die Freude der Menschen zu sehen, als wir das Jubiläum für sie vorbereiteten und der Außenwelt ihre tollen Arbeiten präsentierten. Oder als wir mit den Kindern einen Ausflug in den Zoo machten, was einen riesigen logistischen Aufwand darstellte. Oder als der Fahrstuhl endlich wieder funktionierte, nachdem wir uns tagelang im Keller damit herumgeschlagen hatten. Selbst kleine Gesten halfen: jedes Lächeln zeigte den aus ihrer Gesellschaft verstoßenen Menschen, dass wir sie respektieren und mögen. In diesen Situationen wussten wir, dass das, was wir hier machen, wichtig ist. Zuletzt zeigten die Tränen, die bei unserem Abschied flossen, dass wir Teil des Lebens dieser Menschen geworden waren.
Ein Freiwilligendienst in einem Entwicklungsland ist hart, ohne Zweifel. Wir sind an den Herausforderungen gewachsen und durften viel über uns selbst und unsere Stärken und Schwächen lernen. Nun fliegen wir weg – um unzählig viele Erfahrungen reicher.
Danjabat ist ein nepalesisches Wort, das die Nepali benutzen, wenn ihnen jemand das Leben gerettet hat. Danjabat, dass dieser Mut aus mir herausgekitzelt wurde.

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