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Auszeit vom Studium

Silvester ohne Jahreswechsel

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

13.03.2018

Den 31. Dezember in Asien zu verbringen, ist für einen Europäer an sich erst einmal witzlos. Denn für viele ist dieser Tag wie jeder andere, da sich die Jahreswechsel in den einzelnen Staaten Südostasiens erheblich unterscheiden. So wird das chinesische Neujahr Mitte Februar, aber dafür teilweise mit zweiwöchiger Vorlaufzeit gefeiert. In Kambodscha hängt Neujahr vom Beginn der Regenzeit ab. In Vietnam ist der Mondkalender geläufig. Und in Thailand wird – wie in Myanmar und Nepal – nach dem buddhistischen Kalender gelebt, wodurch das Jahresende ein paar Wochen später ist als bei uns.
Da Thailand absolut touristisch ist, haben sich die Einheimischen darauf eingestellt, dass die Gäste aus dem Westen am 31. Dezember ins neue Jahr hineinfeiern. Genauso wie wir uns gerne allen Festen in demjenigen Reiseland anschließen, taten dies auch die Thai und feierten mit uns Silvester, was das Zeug hält.
Wenngleich die Stimmung für einen Jahresrückblick fehlte, möchte ich doch kurz auf mein Jahr 2017 zurückschauen.
Das Jahr begann, als ich noch im dritten Semester und gedanklich weit weg vom Physikum und der Arbeit bei Shanti in Nepal war. Die Beerdigung meiner Großmutter war das erste einschneidende Ereignis in diesem Jahr. Anschließend arbeitete ich vier Wochen als Fundraiser, kam ins vierte Semester und übernahm Aufgaben als Hilfskraft im Kurs für Histologie und das zentrale Nervensystem des dritten Semesters. Kurz nachdem ich selbst mit dem Lernen für das Physikum begann, starb mein Großvater. Ich brauchte einige Zeit, um mich zu fangen und wieder Fokus auf das Bestehen des Physikums zu legen. Zusammen mit meinen Freunden schlug ich mich durch, bestand das mündliche und schriftliche Physikum und erlangte so die Berechtigung, in den klinischen Abschnitt des Medizinstudiums einzutreten.
Der Aufenthalt bei Shanti in Nepal – elf Wochen fernab von Zuhause – waren ein sehr prägender Abschnitt.
An Silvester selbst merkte ich, dass ich zwar viele neue Menschen kennengelernt habe, mir aber meine Familie und Freunde fehlen. Dennoch bereue ich es nicht, weggegangen zu sein – im Gegenteil, ich bin ich dankbar für jede neue Erkenntnis.

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