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Auszeit vom Studium

Silvester ohne Jahreswechsel

Den 31. Dezember in Asien zu verbringen, ist für einen Europäer an sich erst einmal witzlos. Denn für viele ist dieser Tag wie jeder andere, da sich die Jahreswechsel in den einzelnen Staaten Südostasiens erheblich unterscheiden. So wird das chinesische Neujahr Mitte Februar, aber dafür teilweise mit zweiwöchiger Vorlaufzeit gefeiert. In Kambodscha hängt Neujahr vom Beginn der Regenzeit ab. In Vietnam ist der Mondkalender geläufig. Und in Thailand wird – wie in Myanmar und Nepal – nach dem buddhistischen Kalender gelebt, wodurch das Jahresende ein paar Wochen später ist als bei uns.
Da Thailand absolut touristisch ist, haben sich die Einheimischen darauf eingestellt, dass die Gäste aus dem Westen am 31. Dezember ins neue Jahr hineinfeiern. Genauso wie wir uns gerne allen Festen in demjenigen Reiseland anschließen, taten dies auch die Thai und feierten mit uns Silvester, was das Zeug hält.
Wenngleich die Stimmung für einen Jahresrückblick fehlte, möchte ich doch kurz auf mein Jahr 2017 zurückschauen.
Das Jahr begann, als ich noch im dritten Semester und gedanklich weit weg vom Physikum und der Arbeit bei Shanti in Nepal war. Die Beerdigung meiner Großmutter war das erste einschneidende Ereignis in diesem Jahr. Anschließend arbeitete ich vier Wochen als Fundraiser, kam ins vierte Semester und übernahm Aufgaben als Hilfskraft im Kurs für Histologie und das zentrale Nervensystem des dritten Semesters. Kurz nachdem ich selbst mit dem Lernen für das Physikum begann, starb mein Großvater. Ich brauchte einige Zeit, um mich zu fangen und wieder Fokus auf das Bestehen des Physikums zu legen. Zusammen mit meinen Freunden schlug ich mich durch, bestand das mündliche und schriftliche Physikum und erlangte so die Berechtigung, in den klinischen Abschnitt des Medizinstudiums einzutreten.
Der Aufenthalt bei Shanti in Nepal – elf Wochen fernab von Zuhause – waren ein sehr prägender Abschnitt.
An Silvester selbst merkte ich, dass ich zwar viele neue Menschen kennengelernt habe, mir aber meine Familie und Freunde fehlen. Dennoch bereue ich es nicht, weggegangen zu sein – im Gegenteil, ich bin ich dankbar für jede neue Erkenntnis.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  Mar 13, 2018
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
Mar 13, 2018

Auszeit vom Studium

Backpacker

Bei unserem Start in Thailand klappte nichts so, wie wir es geplant hatten, doch es funktionierte eben doch irgendwie. Und das Durcheinander bescherte uns wahrscheinlich Situationen, die wir sonst verpasst hätten. Wir lernten zum Beispiel Jenny und Phillip aus Deutschland und Andreas aus Schweden kennen, mit denen wir unsere ersten Tage in Thailand verbrachten, etliche Ruinen anschauten und uns gegenseitig zu Aktivitäten inspirierten. Gemeinsam machten wir uns mit dem Zug nach Chiang Mai im Norden auf. Jenny und Philip waren zunächst am Ticketkauf verzweifelt. Wir rieten ihnen daraufhin, einfach zum Bahnhof zu gehen und nachzufragen - das war jedenfalls in Nepal bei den Bussen immer möglich gewesen. Und siehe da: Es klappte!
Interessant fand ich insbesondere die Geschichten unserer Mitreisenden, wie sie nach Thailand kamen. Jenny ist knappe 30 Jahre alt, Sachbearbeiterin in einer Ausländerbehörde und nahm mehr als die Hälfte ihres Jahresurlaubes, um vier Wochen in Thailand und Laos zu verbringen. Sie ist zum ersten Mal in Südostasien. Phillip dagegen hat fast doppelt so lange Zeit, da er sich zwei Monate unbezahlten Urlaub von seinem Beruf als Informatiker genommen hat. Er startete in Malaysia und möchte sich bis in den Norden von Laos durchschlagen. Zuletzt war da Andreas, der normalerweise in Stockholm studiert, aber für ein Jahr in Singapur lebt und über Weihnachten und Silvester Thailands Hauptstadt Bangkok sowie Chiang Mai sehen und erleben wollte.
So waren wir bereits ab dem ersten Tag froh, dass nichts so kommt, wie wir es planten. Es sind aneinandergereihte Zufälle, die das Reisen spannend machen. Aufgeregt schliefen Julia und ich an diesem Abend im Schlafsaal ein, denn wir wussten, dass diese Reise unvergesslich werden wird.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  Mar 8, 2018
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
Mar 8, 2018

Auszeit vom Studium

Odyssee im Land des Lächelns

Der 27. Dezember war für uns nicht nur ein Tag des Abschieds, sondern vor allem der Beginn von Freiheit und Abenteuer. Wir stiegen am kleinen Flughafen Kathmandus voller Aufregung in das Flugzeug nach Bangkok, gespannt, wie es sein wird, nur noch unterwegs zu sein und keinen Ort zu haben, den man Zuhause nennen könnte. Doch bereits dieser erste Tag sollte uns einiges darüber lehren, was es heißt, selbst organisiert zu reisen.
Gegen Abend kamen wir in Bangkok an und waren schnell überfordert durch die schiere Größe des Flughafens und den vielen Informationen darüber, wie man nach Ayutthaya komme. Wir hatten nach dem fast dreimonatigen Leben in Kathmandu wenig Interesse daran, wieder in einer gigantischen Stadt wie Bangkok zu leben, insbesondere weil die meisten der anderen Volontäre nur Schlimmes von der Metropole berichteten und von ihr abrieten. Also wagten wir den Versuch, bereits am ersten Tag nach Norden in die alte Königsstadt Ayutthaya zu fahren, die 80 Kilometer nördlich von Bangkok liegt.
Daraus wurde eine Odyssee mit Bus und Bahn, da jeder, den wir fragten, andere Informationen und Ratschläge parat hatte. Schließlich erreichten wir Ayutthaya mitten in der Nacht. Unser Hostel hatte da leider bereits geschlossen. Zum Glück hatte ein anderes noch geöffnet. Zunächst war die Rezeption nicht besetzt und wir der Verzweiflung nahe, doch dann kam noch ein Mitarbeiter und bot uns aufgrund der späten Stunde auch noch ein Bett zum vergünstigten Preis an. Willkommen in Thailand, dem Land des Lächelns!