interaktiv

Auszeit vom Studium

Das goldene Land - Teil 1

Autor:
Thilo

Rubrik:
orientieren

19.04.2018

Yangons Piere bieten eine spannende Kulisse: Über den breiten Yangon-Fluss, der die ehemalige Hauptstadt Myanmars und die Provinz Dala wie zwei Welten trennt, schippern unzählige, völlig überfüllte Passagierbötchen. Große Containerschiffe werfen Wellen auf, die diesen Nussschalen das Leben schwer machen. Zudem kreisen die Möwen aufgeregt im Licht der absinkenden Sonne. Hier trafen wir auf Cotu, der unseren Myanmar-Aufenthalt prägen und uns das Land näher bringen sollte.
Cotu ist ein 26 Jahre alter Mann, der in der Provinzstadt Dala lebt, die wenig vom wachsenden Reichtum Yangons abbekommt. Seit zwei Jahren studiert er an der Universität in Yangon Englisch – was man hört, denn er spricht akzentfreies Englisch. Er sprach uns einfach an: „Wo kommt ihr her?“ So kamen wir ins Gespräch – bis er fragte, was wir uns in Myanmar ansehen wollen: eher Attraktionen wie die Shwedagon-Pagode und die Tempelfelder von Bagan oder das Leben abseits der abgetretenen Pfade? Wir liebten seit unserer Zeit in Nepal das Ursprüngliche und Echte, deshalb mussten wir nicht lange überlegen – worauf uns Cotu zu unserer Überraschung kurzerhand zu sich nach Hause einlud.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit ihm per Fähre nach Dala. Dort angekommen, lernten wir Cotus Vater kennen. Vor ein paar Jahren hat er einen Schlaganfall erlitten, wurde aber aufgrund des fehlenden Geldes nicht medizinisch behandelt. Es gibt keine soziale Absicherung in Myanmar, weshalb die Familie für sich selbst aufkommen muss. Cotu arbeitet als Putzkraft in verschiedenen Einrichtungen, während sein 22-jähriger Bruder auf den Straßen Yangons Wasserflaschen verkauft. Es ist ein hartes Leben. Trotzdem freute sich Cotus Vater über unseren Besuch. Uns wurde bewusst, wie groß der Kontrast zwischen der Metropole Yangon und dieser kleinen, nur einen Katzensprung entfernten Stadt Dala ist. Wenig später wurden wir von Cotus jüngerem Bruder und einem seiner Freunde mit gemieteten Motorrädern überrascht. Und los ging ein neues Abenteuer.

Diesen Artikel teilen

Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Matomo. Das hilft uns, dir ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn du durch die Seiten surfst, erklärst du dich hiermit einverstanden. Hier erfährst du mehr über die Nutzung deiner Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.