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Barrierefrei studieren?

Machen Sie Ihre Musik aus!

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

14.05.2009

Wenn ich im nächsten Semester einen Dozenten habe, der mich noch nicht kennt, stehe ich jedes Mal vor einer wichtigen Frage: Soll ich ihn vor Seminarbeginn darauf hinweisen, dass in seinem Kurs diesmal eine Blinde sitzt oder nicht? Zum ersten Mal habe ich mich nun dafür entschieden, den Dozenten im Unklaren zu lassen. Aber das hatte sofort einen unangenehmen Zwischenfall zur Folge.

Ich habe in der Uni grundsätzlich meinen Laptop dabei. Dieser verfügt über eine Sprachausgabe, sodass ich hören kann, was ich in die Tastatur tippe oder was auf dem Bildschirm geschrieben steht. Um die anderen nicht mit dem permanenten Klang der Sprachausgabe zu belästigen, stöpsle ich einen Kopfhörer ein.

So saß ich auch zu Beginn des Seminars auf meinem Platz: Vor mir auf dem Tisch stand der Laptop und im Ohr hatte ich einen Kopfhörerstöpsel. Das veranlasste den Dozenten zu der Aufforderung: „Machen Sie Ihre Musik aus!"

Ich reagierte nicht. Einerseits war ich mir nicht sicher, ob ich ihn richtig verstanden hatte. Andererseits konnte er mich ja nicht meinen. Denn ich hörte schließlich keine Musik. Natürlich schaute er zu mir, als er mich ansprach. Doch woher hätte ich das wissen sollen?

Da nichts geschah, setzte er nach: „Hallo!" Woraufhin eine Kommilitonin einwarf: „Sie ist blind." Erst jetzt wurde mir klar, dass sich der Dozent an mich gewandt hatte und ich erklärte ihm schnell, wieso ich mit Kopfhörer im Ohr vor einem Laptop saß und dass ich das  brauche, um effektiv mitarbeiten zu können.

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