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Barrierefrei studieren?

Guten Appetit!

Ich bezahlte mein Essen. Dann führte mich eine Mitarbeiterin der Cafeteria zu einem Tisch, der nahe beim Ausgang lag. Außer einer anderen Studentin saß da niemand. Aber die Frage, ob denn noch frei wäre, beantwortete diese Studentin mit einem klaren „Nein". Es wollten noch Freunde von ihr dazukommen, deswegen würde sie alle Plätze brauchen.

„Für mich wäre es aber besser, wenn ich hier sitzen könnte. Dann finde ich später leichter nach draußen", beharrte ich, da ich mich bereits persönlich angegriffen fühlte. Und die Cafeteria-Mitarbeiterin holte schnell noch einen weiteren Stuhl, den sie an den Tisch schob. „Dann rutscht doch einfach ein bisschen zusammen", meinte sie.

Die Studentin weigerte sich. Anstatt sitzen zu bleiben, beschloss sie: „Gut. Dann gehen wir eben woanders hin." Und das machten sie dann auch.

Ich blieb tief gekränkt zurück. Der Appetit war mir inzwischen vergangen. Was kann so furchtbar daran sein, in meiner Gesellschaft zu Mittag zu essen? In der Cafeteria herrschte an diesem Tag soviel Betriebsamkeit, dass die Clique sicherlich keine allzu privaten Gespräche hätte führen können, ohne dass der eine oder andere etwas davon mitbekommen hätte. Und wer will schon Kriegsrat in der Cafeteria halten?

Leider hat mich die Reaktion der Studentin sprachlos gemacht. Denn eigentlich hätte ich ihr sagen müssen, was ich davon halte und dass ich wünschte, es würde ihr irgendwann einmal so ergehen wie mir jetzt. Aber so etwas fällt einem eben immer erst dann ein, wenn es dafür schon zu spät ist.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jul 7, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jul 7, 2009

Barrierefrei studieren?

Spricht denn hier keiner Französisch?

Immer wieder werde ich ignoriert. Und das verbittert und verletzt mich dann jedes Mal aufs Neue. Denn die anderen hinterlassen mit ihrem Verhalten bei mir ganz deutlich den Eindruck, dass sie mich nicht sehen wollen.

Vor kurzem fragte ein Student in der Bibliothek einen zweiten, der vielleicht drei Meter vor mir stand: „Sprichst du Französisch?"

Der andere beherrschte die Sprache nicht. Er konnte also nicht weiterhelfen. Die Nächste, an die sich der Fragesteller nun hätte wenden können, wäre ich gewesen. Aber er ging einfach an mir vorbei und erkundigte sich bei einem anderen, der irgendwo hinter mir stand, nach dessen Französischkenntnissen. Dieser hatte jedoch ebenfalls keine.

Bei mir ist das anders. Ich spreche zumindest ein bisschen Französisch. Vielleicht hätte das ausgereicht, um das vorliegende Problem zu lösen. Aber mich fragt ja niemand. Obwohl ich doch nicht blöd bin. Auch ich habe das Abitur gemacht. Jetzt studiere ich hier, genau wie die anderen, die kein Französisch sprechen. Und mit mir kann man doch reden! Aber wenn der Student es nicht versucht, wieso sollte ich mich dann einmischen? Nur um jemandem zu helfen, der auf die Unterstützung einer Blinden offensichtlich lieber verzichtet?

Vermutlich suchte er jemanden, der in der Lage war französische Wörter zu lesen und zu übersetzen. Und buchstabieren wollte er sie mir nicht. Das wäre eine Erklärung, die ich akzeptieren könnte. Aber oftmals finde ich auch keine Entschuldigung dafür, dass man mich einfach so übergeht.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jun 26, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jun 26, 2009

Barrierefrei studieren

100ter Beitrag: Die Feste feiern, wie sie fallen

Hallo Leute! Dies ist mein 100. Blogbeitrag auf http://www.abi.de. Zeit für eine Zwischenbilanz!

Ich habe euch in den letzten eineinhalb Jahren darüber berichtet, welche Schwierigkeiten eine Blinde während einer Seminarsitzung oder bei Prüfungen hat. Ich sprach immer wieder davon, wie es ist, sich in einer neuen, fremden Umgebung zurecht zu finden oder auch über die Probleme, die ich bei der Literaturrecherche für Referate und Hausarbeiten bewältigen muss. Und ich erzählte euch von Praktika.

Auch in der abi>> Redaktion habe ich eines absolviert. Zwei Wochen lang blickte ich hinter die Kulissen von abi>> und lernte die Menschen kennen, denen ich regelmäßig meine Blogbeiträge zusende. An dieser Stelle möchte ich mich nun für die umfassende Hilfe bedanken, die ich währenddessen von allen Seiten bekommen habe. Beispielsweise holte eine der Mitarbeiterinnen, die bei mir ganz in der Nähe wohnt, mich jeden Morgen zu Hause ab und nahm mich mit ins Büro. Und was den Rückweg betraf, so brachte mich mal dieser, mal jener zum Bahnhof. Auf diese Weise ersparten sie es mir, den Weg zur Redaktion lernen zu müssen.

Bedanken möchte ich mich aber auch bei den vielen fleißigen Lesern meines Blogs. Es hat mich ziemlich überrascht, dass ich im Mai 2009 zur Bloggerin des Monats gewählt worden bin. Denn das bedeutet, dass meine Beiträge zu dieser Zeit von allen abi>> Blogs am häufigsten angeklickt wurden. Nur hätte ich das nie vermutet. Unter anderem deswegen nicht, weil ich kaum Kommentare zu „Barrierefrei studieren" bekomme.

Folglich will ich den 100. Beitrag auch als Appell nutzen. Bitte helft mir! Es ist schließlich nicht immer leicht, Themen zu finden, die ich in meinem Blog noch ansprechen könnte, ohne dass ich mich andauernd wiederhole und euch langweile. Ich möchte diesen Blog für euch schreiben, nicht für mich. Deshalb sagt mir doch: Was würde euch interessieren? Angenommen, ihr selbst wärt blind und hättet euch für ein Studium entschieden. Worüber, denkt ihr, könntet ihr dann vielleicht stolpern? Wovon soll ich euch in nächster Zeit berichten?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jun 22, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jun 22, 2009