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Barrierefrei studieren?

Guten Appetit!

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

07.07.2009

Ich bezahlte mein Essen. Dann führte mich eine Mitarbeiterin der Cafeteria zu einem Tisch, der nahe beim Ausgang lag. Außer einer anderen Studentin saß da niemand. Aber die Frage, ob denn noch frei wäre, beantwortete diese Studentin mit einem klaren „Nein". Es wollten noch Freunde von ihr dazukommen, deswegen würde sie alle Plätze brauchen.

„Für mich wäre es aber besser, wenn ich hier sitzen könnte. Dann finde ich später leichter nach draußen", beharrte ich, da ich mich bereits persönlich angegriffen fühlte. Und die Cafeteria-Mitarbeiterin holte schnell noch einen weiteren Stuhl, den sie an den Tisch schob. „Dann rutscht doch einfach ein bisschen zusammen", meinte sie.

Die Studentin weigerte sich. Anstatt sitzen zu bleiben, beschloss sie: „Gut. Dann gehen wir eben woanders hin." Und das machten sie dann auch.

Ich blieb tief gekränkt zurück. Der Appetit war mir inzwischen vergangen. Was kann so furchtbar daran sein, in meiner Gesellschaft zu Mittag zu essen? In der Cafeteria herrschte an diesem Tag soviel Betriebsamkeit, dass die Clique sicherlich keine allzu privaten Gespräche hätte führen können, ohne dass der eine oder andere etwas davon mitbekommen hätte. Und wer will schon Kriegsrat in der Cafeteria halten?

Leider hat mich die Reaktion der Studentin sprachlos gemacht. Denn eigentlich hätte ich ihr sagen müssen, was ich davon halte und dass ich wünschte, es würde ihr irgendwann einmal so ergehen wie mir jetzt. Aber so etwas fällt einem eben immer erst dann ein, wenn es dafür schon zu spät ist.

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