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Barrierefrei studieren?

Klausur ist nicht gleich Klausur

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

15.02.2008

Kennt nicht jeder den Stress, den man vor einer Klausur hat oder sich macht? Wissen nicht alle, wie das ist, wenn man viel und hart arbeitet und nachts nicht mehr schlafen kann bzw. von dem Stoff der Prüfung träumt? Dann kommen Nervosität und Anspannung hinzu, bis es endlich so weit ist. Die Studenten haben schon vor Wochen erfahren, wann und wo der Test stattfindet. Bei mir hingegen sieht es da etwas anders aus, denn über das Wann und Wo entscheidet von Fall zu Fall das Wie.

Wie nimmt man einem Blinden am besten eine Klausur ab? Schriftlich? Also mit Computer. Aber mit welchem? Auf meinem eigenen Laptop sind sämtliche Vorlesungs- und Seminarmitschriften gespeichert. Auf einem anderen fehlt die blindenspezifische Software, die man zwar installieren könnte, aber dafür müsste man sie erst einmal besitzen und sie ist nicht billig zu haben. Also die Daten von meinem Laptop löschen? Oder mich während der Prüfung besonders scharf im Auge behalten? Eine andere Möglichkeit wäre, mir die Aufgaben mündlich zu stellen.

Was ist hier gerecht? Wie kann man Vor- oder Nachteile für den einen oder anderen vermeiden? Als Antwort darauf höre ich von blinden Studierenden die verschiedensten Versionen; beinahe jeder löst das Problem in Absprache mit seinem Dozenten anders. Und diese Vielfalt überrascht selbst mich, wie vor allem auch die Tatsache, dass Studenten, die an ihrem Laptop schreiben dürfen, oftmals ihre Daten weder löschen müssen, noch während dem Test besonders aufmerksam beobachtet werden.

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