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Buchwissenschaft

Wer bin ich und was kann ich werden? (Teil 2 von 2)

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

19.02.2010

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Alternativen fallen mir ein. Zum Beispiel eine Promotion. Ja, es gibt sie wirklich: Blinde, die forschen und lehren.

Natürlich gestalten sich die Details je nach Fachrichtung unterschiedlich. Wie wählt der Dozent die Bilder aus, die er den Studenten zeigen möchte? Und wie kann er effektiv überprüfen, ob bei der Erstellung von Hausarbeiten alle Formalia korrekt eingehalten worden sind?

Diese und ähnliche Fragen bereiten mir ein bisschen Kopfzerbrechen. Ich weiß aber auch, dass blinde Dozenten einen Assistenten bekommen können, der sie zum Beispiel bei der Vorbereitung des Unterrichts unterstützt. Er beschreibt dem Blinden die Bilder, welche die Studenten später in Vorlesung oder Seminaren zu sehen bekommen. Und die Hausarbeiten sind dann eben auch in elektronischer Form einzureichen.

Gibt es nicht für alles eine Lösung, wenn man nur lange genug danach sucht?

Nun, zumindest für fast alles. In der Herstellungsabteilung eines Verlages zu arbeiten, verbietet sich für einen Blinden zum Beispiel von selbst.

Doch leider werden wir Blinde in dem, was wir tatsächlich leisten können, auch häufig unterschätzt. Sicherlich ist, wie angedeutet, nicht alles möglich. Und sicherlich brauchen wir bei vielen Aufgaben Hilfe. Aber letzten Endes steckt in denen, die zäh sind und sich auch durchbeißen wollen, ein Potenzial, das mehr gefördert anstatt untergraben werden sollte. Denn der bequemste Weg ist für den Einzelnen nicht immer auch der beste.

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