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Barrierefrei studieren?

Nur Geduld

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

06.03.2008

Vielen fällt es nicht leicht einen guten und interessanten Praktikumsplatz zu finden; für mich gestaltet sich allerdings auch dies noch einmal schwieriger.

„Sie wollen was? Ein Praktikum machen? Bei uns? Aber das ist doch ... Ich meine, Sie sind doch blind."

Manchmal stelle ich mir vor, dass die Firmen so reagieren, wenn sie eine Anfrage von mir bekommen. Denn diese wird dann nicht selten abgelehnt. Eine Blinde und ein Praktikum, das geht doch nicht. Ausgeschlossen. Natürlich, denn die einfachen Praktikanten-Dienste wie beispielsweise Kopierarbeiten kann ich nicht übernehmen. Dennoch ist es unschön, wenn von Vornherein mit der Begründung abgelehnt wird: "Das geht nicht, weil Sie behindert sind."

Andere sagen: Wir sehen da dieses oder jenes Problem. Schwierigkeiten kommen etwa wegen meiner erforderlichen Arbeitsplatzausstattung auf das Unternehmen zu; wegen der Frage, wie man mir Zugang zum Intranet verschaffen kann. Doch es gibt durchaus Firmen, die bereit sind, sich damit auseinanderzusetzen. Sie suchen zumindest nach einer Möglichkeit, anstatt mich zurückzuweisen, ohne sich zuvor Gedanken über einen anderen Weg gemacht zu haben. Und am Ende werde ich doch immer wieder angenommen. So ist mir nicht nur ein Praktikum in einer Zeitungsredaktion zugesichert worden, sondern ich fahre auch für vier Wochen nach Berlin, wo ich im Büro des FDP-Abgeordneten Jörg Rohde in den ganz normalen Wahnsinn hineinschnuppern darf: den Bundestagsalltag. Und ich denke, das wäre doch für jede Politik-Studentin aufregend.

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