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Barrierefrei studieren?

Mit gesunden Augen

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

16.03.2010

Wie ich mich gefühlt habe, während ich als Expertin vor den Vorlesungsteilnehmern stand, ist schwer zu beschreiben. Natürlich war ich nicht die Dozentin. Aber auch keine Referentin, die sich aus einer Vorschlagsliste ein Thema aussucht, sich darüber in kurzer Zeit möglichst viel Wissen aneignet und dieses dann wiederkäut. Ich sollte aus meinem Vortrag keine Hausarbeit stricken. Und ich würde darauf keine Note bekommen.

Stattdessen leitete mich – wenn auch nur indirekt – ein höheres Ziel: Sehenden den Buchmarkt der Blinden näher zu bringen.

Thema meiner Erläuterungen war die Typographie: Zunächst befassten wir uns mit dem Aufbau der Brailleschrift, der Punktschrift für Blinde. Daraus leiteten wir zunächst die Unterschiede ab, die zwischen der Typographie eines Punktschriftbuches und der eines gewöhnlichen Schwarzdruckwerkes besteht. Dann wurden auch die Gemeinsamkeiten besprochen.

Probleme gab es keine. Ich erklärte, während der Dozent mir die Augen ersetzte. Er zeigte und beschrieb den Erstsemestlern die Bilder, die wir beide in einem Vorgespräch ausgewählt hatten. Außerdem erteilte er denen, die etwas sagen oder fragen wollten, das Wort. Auf diese Weise vermittelte er zwischen den Sehenden, die zuhörten und lernten, und der Blinden, die sich bemühte, in die Thematik einzuführen.

Die Kommilitonen stellten mir einige Rückfragen. Nicht zuletzt, damit ich diese umfassend beantworten kann, absolviere ich derzeit mein viertes Praktikum: bei der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig (DZB).

 

Übrigens: Im Börsenblatt des Deutschen Buchhandels befasse ich mich mit der Lesewelt der Blinden. Wenn ihr Interesse habt, schaut doch mal rein: http://www.boersenblatt.net/template/b4_tpl_blog_blinden/

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