interaktiv

Barrierefrei studieren?

Leseförderung (Teil 1 von 2)

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

03.05.2010

Derzeit besuche ich ein Seminar, das sich mit aktuellen Diskussionen zur Lese- und Leserforschung befasst. Ein sehr interessantes Thema, wie ich finde. Zugleich aber kein barrierefreies. Denn zu einem großen Teil müssen wir hierfür Studien analysieren.

Studien bedeutet zuallererst: Tabellen. Nirgendwo unterlaufen dem Scanner so viele Umsetzungsfehler wie bei Zahlen. Wenn ich eine Tabelle vorliegen habe, muss sie deshalb zuerst Korrektur gelesen werden. Aber auch nachdem dieser Schritt ausgeführt worden ist, kann ich mit ihr nicht glücklich werden.

Was für Sehende der Vorteil einer Tabelle ist, wird für mich zum Nachteil: dass man das Wichtige auf einen Blick erfassen kann. Auf einen Blick? Meine Software kann das nicht. Wie berichtet, arbeite ich mit Braillezeile. Dieses Gerät bildet immer nur einen kleinen Auszug aus einer Gesamtdarstellung ab. 40 nebeneinander liegende Zeichen, um genau zu sein. Eine Spalte einer Tabelle schnell zu erfassen, ist daher nicht möglich. Stattdessen muss ich mühsam zwischen den eingetragenen Faktoren hin und her navigieren. Und wenn die unterste Zeile erreicht ist, sind die Daten der obersten schon wieder vergessen.

Eine Tabelle zu lesen, bedeutet für einen Blinden somit alles andere als ein Vergnügen. Diese Arbeit erfordert nicht nur Ausdauer und Geduld, sondern insbesondere eine hohe Konzentrationsfähigkeit. Und eine Menge von Notizen, die ich mir mache, bis mir erst einmal klar geworden ist, wo die zentrale Aussage der Tabelle liegt.

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