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Barrierefrei studieren?

Zu spät

Sicher nehmen es Studierende mit den Seminaren und Vorlesungen nicht so genau, in denen sie keinen Schein bekommen. Es ist und bleibt nun einmal etwas anderes, ob man verpflichtet und kontrolliert wird oder ob man zwar kommen sollte, die Anwesenheit aber nicht überprüft wird.

Auch ich habe schon das eine oder andere Mal gefehlt. Meistens besuche ich die Veranstaltungen zwar, die ich mir in meinen Stundenplan geschrieben habe, denn sie interessieren mich und zudem ist nicht nur wichtig, was mit einer Note endet. Aber manchmal ist auch für mich die Verlockung, im Bett liegen zu bleiben oder irgendetwas anderes zu tun, zu groß. Doch wenn ich ihr erliege, fällt das auf, weil ich auffalle. Ob Student X oder Student Y gerade einmal nicht da ist, ist eine Sache. Eine völlig andere wird daraus, wenn man fragt, ob die blinde Studentin heute kommt.

Mein Fehlen fällt vielleicht den Dozenten auf, ganz bestimmt aber wird es den Kommilitonen bewusst. Und wenn ich zwei- oder dreimal hintereinander nicht auftauche bzw. zu spät komme, kann es passieren, dass einer von ihnen sich erkundigt: „Wo warst du denn letzte Woche?" Oder feststellt: „Du bist ja schon wieder nicht pünktlich."

Ein Grund mehr, beim nächsten Mal wieder rechtzeitig da zu sein.

Zugleich frage ich mich aber, zu welchem Typ von Student die gehören, die mich auf mein Versäumnis ansprechen. Beschäftigen sie sich während des Unterrichts mit dem Stoff oder doch mehr mit denen, die den Raum erst nach ihnen oder überhaupt nicht betreten?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Mar 14, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Mar 14, 2008

Barrierefrei studieren?

Berufsbild Blind

Ich jammere zu viel und sehe in diesem Blog immer alles negativ? Mag sein, aber dieses Bild entsteht dadurch, dass die Vorteile eines Studiums mit Behinderung nun einmal geringer sind als die zusätzlichen Herausforderungen (ich sage bewusst nicht "Nachteile"). Hand aufs Herz, wie viele Vorteile für blinde Studierende fallen euch ein?

Es macht mich dennoch froh, dass ich nun genau das studiere, was mir gefällt. Jedoch lässt sich das nur mit hoher Eigeninitiative verwirklichen, was zwar zu bedauern, aber verständlich ist, wenn man sich überlegt, wie viele Blinde es in Deutschland gibt und wie viele blinde Studierende.

Einige Blinde finden eine Anstellung in einer Behindertenwerkstatt. Etliche werden Telefonist, Schreibkraft im Büro oder Masseur/Physiotherapeut. Wieder andere Korbflechter, Helfer in einem hauswirtschaftlichen Betrieb oder Musiker/Musiklehrer/Klavierstimmer u. a. m.. Wenn man zur Berufsberatung geht oder auch zu einer Tagung, bei der Blinden-Berufe vorgestellt werden, liegen die Angebote in eben diesem Bereich. Erkundige ich mich nach etwas anderem, kann mir das Arbeitsamt, das darauf nicht vorbereitet ist, ebensowenig weiterhelfen wie der Blindenbund. Möchte man sich nicht in den Berufsrahmen pressen lassen, bleibt also fast nur Hilfe zur Selbsthilfe.

Daher beleuchtet mein Blog häufig die Herausforderungen: um klar zu machen, dass man besser vorher nichts beschönigt, damit man später ein böses Erwachen vermeidet.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Mar 12, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Mar 12, 2008

Barrierefrei studieren?

Nur Geduld

Vielen fällt es nicht leicht einen guten und interessanten Praktikumsplatz zu finden; für mich gestaltet sich allerdings auch dies noch einmal schwieriger.

„Sie wollen was? Ein Praktikum machen? Bei uns? Aber das ist doch ... Ich meine, Sie sind doch blind."

Manchmal stelle ich mir vor, dass die Firmen so reagieren, wenn sie eine Anfrage von mir bekommen. Denn diese wird dann nicht selten abgelehnt. Eine Blinde und ein Praktikum, das geht doch nicht. Ausgeschlossen. Natürlich, denn die einfachen Praktikanten-Dienste wie beispielsweise Kopierarbeiten kann ich nicht übernehmen. Dennoch ist es unschön, wenn von Vornherein mit der Begründung abgelehnt wird: "Das geht nicht, weil Sie behindert sind."

Andere sagen: Wir sehen da dieses oder jenes Problem. Schwierigkeiten kommen etwa wegen meiner erforderlichen Arbeitsplatzausstattung auf das Unternehmen zu; wegen der Frage, wie man mir Zugang zum Intranet verschaffen kann. Doch es gibt durchaus Firmen, die bereit sind, sich damit auseinanderzusetzen. Sie suchen zumindest nach einer Möglichkeit, anstatt mich zurückzuweisen, ohne sich zuvor Gedanken über einen anderen Weg gemacht zu haben. Und am Ende werde ich doch immer wieder angenommen. So ist mir nicht nur ein Praktikum in einer Zeitungsredaktion zugesichert worden, sondern ich fahre auch für vier Wochen nach Berlin, wo ich im Büro des FDP-Abgeordneten Jörg Rohde in den ganz normalen Wahnsinn hineinschnuppern darf: den Bundestagsalltag. Und ich denke, das wäre doch für jede Politik-Studentin aufregend.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Mar 6, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Mar 6, 2008