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Barrierefrei studieren?

Orientierungslos (Teil 1 von 3)

Vor einigen Tagen habe ich mir einen Gastvortrag angehört. Die Veranstaltung fand im Senatssaal statt – einem Raum, der für meine speziellen Bedürfnisse nur bedingt geeignet ist. Zum einen mussten wir feststellen, dass sich dort kaum Steckdosen befinden. Aber auf eine Steckdose bin ich nun einmal angewiesen, da ich mir nicht mit Stift und Papier Notizen machen kann und die Akkuleistung meines Laptops immer geringer wird.

Zum anderen ist es etwas problematisch, mich im Senatssaal zu orientieren. Das liegt vermutlich daran, dass dort alles nicht so symmetrisch ist wie in anderen Räumen. Oder kommt es mir nur unsymmetrisch vor? Mag auch sein. Ich bin schließlich nicht oft dort – und das ist sicherlich ein Grund dafür, dass ich, wenn ich dann doch einmal da bin, immer wieder fragen muss – „Kannst du mich mitnehmen?“, bat ich am Ende des Vortrags die Kommilitonin, die neben mir saß. „Nein“, antwortete diese, „ich muss schnell weiter in die nächste Lehrveranstaltung.“

Ich war erstaunt und zugleich ein bisschen verärgert. Denn wir hatten nicht wie üblich um viertel vor sechs aufgehört, sondern früher, sodass ihr dafür ohnehin zusätzliche Zeit blieb. Und andererseits ... Was glaubte sie, welche Hilfe ich mir wünschte? Wir kannten uns kaum. Da wäre ich sicherlich nicht auf den Gedanken gekommen, mich von ihr durch die halbe Stadt führen zu lassen. Ich wollte vor allem eines: wieder sicher aus dem Senatssaal herausfinden. Das erklärte ich ihr dann auch und sie nahm mich schließlich doch mit.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Nov 24, 2010
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Nov 24, 2010

Barrierefrei studieren?

Warum nicht einfach kompliziert (Teil 2 von 2)

Wie die Prüfung aussieht, hängt auch davon ab, welchen Professor man sich als Prüfer wählt. Möglich, dass einer sagt: „Legen Sie mir zu jedem Thema ein Thesenpapier vor!“ Damit die Prüfung nicht ins Leere läuft, versteht sich. Möglich aber auch, dass er nur meint: „Lesen Sie die Bücher, die ich Ihnen genannt habe. Irgendetwas daraus werde ich fragen.“ Oder es heißt: „Was Sie lesen, ist mir eigentlich egal.“ Während es einem anderen umso wichtiger ist, dass ich zunächst eine ausführliche und fundierte Literaturliste erstelle, die er dann freigeben kann – oder auch nicht.

Jede Prüfungsvorbereitung bedarf also umfassender Organisation. Und in meinem Fall besonders, denn infolge der Behinderung habe ich den Anspruch auf einen Nachteilsausgleich. So bekomme ich bei einer schriftlichen Prüfung mehr Zeit. Das bedeutet zugleich, dass ich an einem anderen Ort als die anderen sitze. Denn ich muss länger beaufsichtigt werden. Und mit dem Laptop arbeiten.

Das wiederum heißt, dass für den reibungslosen Ablauf vorab der Behindertenbeauftragte der Universität hinzuzuziehen ist. Von ihm erhält das Institut dann ein Computerprogramm. Mit dessen Hilfe kann sichergestellt werden, dass ich nicht auf meine Unterlagen zurückgreife, während ich mit dem eigenen Laptop arbeite – mit dem einzigen, der über eine blindenspezifische Software verfügt. Vor der Prüfung muss also jemand kommen, um das Programm zu installieren. Und danach muss er meine Dateizugriffe kontrollieren und das Programm wieder deinstallieren.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Nov 18, 2010
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Nov 18, 2010

Barrierefrei studieren?

Warum nicht einfach kompliziert? (Teil 1 von 2)

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Diese Frage musste ich mir in den vergangenen Jahren mehrfach stellen: Zum ersten Mal, als ich versuchte, das System Kollegstufe zu verstehen. Dann wieder, als ich begreifen musste, welche Scheine in welchem Studienfach in welchem Studienabschnitt zu erwerben sein würden. Eine weitere Hürde bildeten die Zwischenprüfungen.

Und jetzt, im neunten Semester, stehen die Abschlussprüfungen bevor. In allen drei Fächern mündlich, aber nur im Hauptfach und im ersten Nebenfach auch schriftlich. Im zweiten Nebenfach gibt es allerdings etliche Varianten. Deshalb wollte der Professor, der mir diese Prüfung abnehmen wird, zuerst genau wissen, was ich studiere. Neuere und Neueste Geschichte im zweiten Nebenfach – es scheint beinahe, als wäre eine derartige Angabe nicht ausreichend, um sicher sein zu können, wie meine Abschlussprüfung am Ende auszusehen hat.

Im ersten Hauptfach setzt sich die Prüfung aus drei Themenbereichen zusammen. Im ersten Nebenfach aus vier. Im zweiten Nebenfach – je nachdem, was man als Teilbereich bezeichnet – aus zwei oder sechs oder ... Und würde ich andere Fächer studieren, wäre das alles sicher wieder ganz anders. Trotz entsprechender Infoveranstaltungen oder Merkblätter einzelner Institute fällt vor allem eines auf: Mag sein, dass irgendein Student zu wissen glaubt, was zu tun ist. Aber nur so lange, bis ein Kommilitone, der ebenfalls von der Richtigkeit seiner Ausführungen überzeugt ist, etwas völlig anderes erzählt ...

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Oct 19, 2010
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Oct 19, 2010