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Barrierefrei studieren?

Ist Powerpoint eine Grafik?

Immer sagten alle Kommilitonen, die Vorlesung "Grundlagen der empirischen Sozialforschung" dürfte für mich ein Problem werden, da der Soziologie-Professor zu 40 bis 50 Prozent nur mit Grafiken arbeitet. Das hieß, ich musste eine andere Möglichkeit finden, um mir das Material zugänglich und folglich den Stoff lernbar zu machen.

Während einer Unterhaltung mit einem Politik-Professor ergab es sich, dass wir darauf zu sprechen kamen. Er bot mir an, dem Soziologie-Prof., zu dem er in gutem Kontakt stand, meine Schwierigkeiten zu schildern. Es dauerte auch nicht lange, bis ich - wieder über den Politik-Professor - eine Antwort erhielt: Wenn ich mit Grafiken nicht arbeiten kann, soll ich mir doch die Folien aus dem Netz ziehen, die dort begleitend zur Vorlesung in Form von Powerpoint eingestellt werden.

Powerpoint! Damit war ich so weit wie zuvor. Denn alles, was meine Blinden-Software bei Powerpoint erkennt, ist die Tatsache, dass ich nun eine Grafik vor mir habe. Und um das zu erfahren, brauchte ich mir die Datei sicherlich nicht herunterzuladen.

Das Problem an dieser Stelle war vermutlich, dass der Politik-Professor zwischengeschaltet war. Er richtete seinem Kollegen eine Frage von mir aus und mir eine Antwort von diesem. Auf dem umständlichen Weg muss es zu einem Missverständnis gekommen sein. Denn wie hätten sie ansonsten annehmen können, dass ich zwar keine Grafiken und sonstigen Abbildungen, dafür aber Powerpoint lesen kann? Oder setze ich da schon zu viel Wissen über Blinde voraus?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  May 27, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
May 27, 2008

Barrierefrei studieren?

Einen Virus, bitte!

Wertvolle Zeit kostet es mich, für jedes Seminar einen dicken Reader einzuscannen. Das brachte eine Kommilitonin auf die Idee, dass der Copyshop dies doch für mich tun könnte. Ich ging also dort hin und erklärte, worum es sich handelte.

„Kein Problem, machen wir gerne."

Eine Woche später kam ich wieder, um die Texte abzuholen. Die Copyshop-Mitarbeiter hatten noch nicht einmal damit angefangen, sie zu übertragen. Also hieß es warten. Und dann zeigte sich, dass der Copyshop zwar ein PDF-Dokument erstellt hatte, jedoch mit einem Bildverarbeitungsprogramm. Und das, obwohl ich von Anfang an klar gemacht hatte, dass ich das nicht lesen konnte.

Ich betonte noch einmal, worauf es mir ankam und ging. Ein paar Tage später, als ich hoffte, den Reader endlich in einer Form zu bekommen, die ich auch nutzen konnte, lag nur wieder das gleiche Ergebnis vor.

Ich war genervt und verärgert. Anstatt mir zu helfen, produzierte der Copyshop nur Müll. Zwar verlangte er dafür nur wenig Geld, aber die Mitarbeiter machten mir noch ein anderes Geschenk. Sie speicherten die Daten auf meinen USB-Stick, auf dem sich danach ein Virus befand. Damit war das Maß voll. Als ich eine Mitarbeiterin darauf ansprach, beteuerte sie, von ihnen könne der Virus nicht kommen. Ich war da anderer Meinung. Daher fragte ich, wann sie sich denn zuletzt ein Update des Antivirenprogramms geholt hatten. Sie blieb mir die Antwort schuldig und ich mache seitdem immer einen größeren Bogen um diesen bedauernswerten Copyshop.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  May 23, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
May 23, 2008

Barrierefrei studieren?

Barriere im Netz

Manche Papiere wie zum Beispiel eine Einladung zu einer Podiumsdiskussion standen im Bundestag nur als Brief oder Fax zur Verfügung und waren als Mail nicht zu erhalten. Wir versuchten einmal, ein solches Dokument einzuscannen. Das Ergebnis fiel negativ aus, weil der Scanner den Inhalt nicht als Text-, sondern als Bilddatei erfasste.

Für mein Praktikum war es nicht so wichtig, dass ich die Einladung auch selbst lesen konnte. Und im Berufsleben werde ich später eine angepasste Arbeitsplatzausstattung bekommen.

Aber wie ist das mit den Unterlagen, die im Internet für jeden frei zugänglich sind? Immer wieder stoße ich da auf Barrieren. Oft suche ich lange, bis ich einen geeigneten Text finde; nur um dann festzustellen, dass er mit einem Bildverarbeitungsprogramm erfasst worden ist und ich daher kein Wort lesen kann.

Häufig handelt es sich dabei um Verträge, die im kompletten Wortlaut im Web nur in dieser einen Fassung vorliegen. Auch betrifft es oftmals das Inhaltsverzeichnis oder die Einleitung zu einem Buch. Könnte ich sie lesen, wüsste ich bereits, ob das Buch für meine Arbeit geeignet ist. So aber geht die Suche, nachdem ich mich über den ersten kleinen Erfolg umsonst gefreut habe, wieder von vorne los. Und nicht selten gibt es kein zweites, positives Resultat.

Also frage ich einen Sehenden, ob er mir die Zeilen vorliest. Oder ich leihe mir drittens ein Buch aus, welches das Kapitel ebenfalls enthält und scanne es ein. Aber wie ich es auch mache, ich verliere dabei viel Zeit.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  May 20, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
May 20, 2008