interaktiv

Barrierefrei studieren?

Nicht sehen können - nicht gesehen werden

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

07.07.2008

Natürlich war mein letzter Beitrag sehr dramatisch formuliert. Und natürlich kann, was ich dort dargestellt habe, nicht der einzige Grund dafür sein, dass Behinderte oft alleine bleiben. Aber ich denke, dass ich weiß, wovon ich spreche. Denn ich befinde mich nicht nur an der Uni in der Mitte von Sehenden, ich war es auch schon während meiner Gymnasialzeit. Neun Jahre lang erlebte ich viel Frustrierendes. Danach hoffte ich, dass die anderen mit zunehmendem Alter auch reifer werden; glücklicherweise ist es die Hoffnung, die zuletzt stirbt!

Vor Kurzem gingen wir im Rahmen einer Geschichte-Übung in die Universitätsbibliothek (UB), um uns vor Ort anzuschauen, welche Möglichkeiten uns zur Literatursuche zur Verfügung stehen. Da ich diese ohnehin nicht selbstständig betreiben kann, kenne ich mich in der UB nicht aus. Was bedeutet, dass ich geführt werden müsste. Und das wirft wiederum die Frage auf, wer diese Aufgabe übernimmt.

Ich bat meine Kommilitonen nicht um Hilfe. Denn ich vertraute darauf, dass sie mich von sich aus mitnehmen würden. Schließlich hatten sie mich bereits in der Übung gesehen und wussten, wer ich war. Außerdem glaubte ich, es sei keine große Sache mich anzusprechen oder einfach unterzuhaken.

Die Wahrheit ist aber, dass der Dozent nicht nur den Kurs durch die Bibliothek führte, sondern gleichzeitig ein Auge darauf hatte, dass auch ich den Weg gut fand und ihnen sicher folgte. Keiner der Kommilitonen beachtete mich.

Und da soll ich nicht enttäuscht und verärgert sein?

 

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