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Barrierefrei studieren?

Meine Wohnung - ihr Büro

Damit nicht noch mehr Zeit verloren ging, entschloss ich mich dazu, die Hilfskraft zu mir nach Hause zu holen. Sie hier scannen zu lassen, hat Nach-, aber auch Vorteile.

Der gravierendste Nachteil ist der, dass ich natürlich nicht vor meinem Laptop sitzen und arbeiten kann, solange sie das tut. Ich verbringe diese Zeit dann oft mit Aufräumen, Putzen oder damit, Hörbücher zu hören. Wenn ich die Hilfskraft besser kenne und mir auch sicher bin, dass ich sie in meiner Wohnung alleine lassen kann, treffe ich mich, während sie dort arbeitet, mit Freunden in der Stadt, mache Besorgungen oder gehe in die Uni.

Aber normalerweise nehme ich ja meinen Laptop in die Uni mit, sodass sie dann nicht scannen kann. Gleichzeitig ist auch sie Studentin und hat immer wieder gerade dann in der Uni zu tun, wenn es aus meiner Sicht gut möglich wäre, dass sie an meinem Laptop arbeitet. Auf den Punkt gebracht: Hätte sie ihren eigenen Arbeitsplatz an einem der Lehrstühle, wären wir zumindest zeitlich mehr flexibel.

Ein Vorteil der Tatsache, dass ihr Arbeitsplatz in meiner Wohnung ist, liegt darin, dass wir uns bei Details leichter absprechen können. Vorausgesetzt natürlich, ich bin gerade auch zu Hause. Sie kann mich dann sofort fragen, ob sie Grafik X wirklich versprachlichen soll oder ob ich es verstehe, wenn sie Abbildung Y so und so umsetzt. Besonders in der Einarbeitungszeit war es hilfreich, dass ich in der Nähe war und ihr so immer wieder zeigen oder erklären konnte, wie sie was am besten macht.

 

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Sep 9, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Sep 9, 2008

Barrierefrei studieren?

Arbeitsplatz gesucht, aber nicht gefunden

Es gibt noch eine zweite Frage, die diskutiert werden muss, nachdem eine Hilfskraft für mich genehmigt ist: Wo soll sie scannen? Ist es möglich, ihr in der Universität einen Arbeitsplatz einzurichten? Und falls ja, welches Institut soll ihn ihr zur Verfügung stellen? Welcher Lehrstuhl? Mittlerweile studiere ich drei Fächer, da kann so etwas kompliziert werden.

Die Lösung, die mir angeboten wurde, ist, wenn auch nachvollziehbar, so doch geradezu absurd: Meine Hilfskraft könnte ja jedes Semester an dem Institut untergebracht werden, für das es in den nächsten Wochen und Monaten am meisten zu tun gibt. Ich verstehe zwar, welcher Gedanke dahinter steckt. Aber weiter bringt mich das trotzdem nicht.

Denn wer sagt denn, dass, wenn ich in Geschichte acht Wochenstunden habe und in Politikwissenschaft nur vier, in Geschichte auch tatsächlich doppelt so viele Texte umgesetzt werden wie in Politik? Wie soll ich das denn abschätzen? Sicherlich, irgendwie würde es schon gehen. Aber leicht ist das nicht, zumal die Dozenten vor einem Seminar manchmal auch noch nicht sicher wissen, wie viel die Studenten im Rahmen dieses Seminars lesen sollen.

Als alles außer der Frage geklärt war, wo die Hilfskraft scannen soll, traf ich meine eigene Entscheidung. Denn im Gespräch zwischen den drei Instituten ging nichts vorwärts, aber das nächste Semester rückte schließlich näher. Und ich hatte bereits genug für sie zu tun. Also holte ich sie zu mir nach Hause.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Sep 5, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Sep 5, 2008

Barrierefrei studieren?

Viele Fragen, aber keine Antworten

Wann soll die Hilfskraft arbeiten? Besser gesagt: Wie lange?

Diese Frage konkret zu beantworten, ist nicht einfach. Gleichzeitig ist aber genau das notwendig, denn nur wenn klar ist, für wie viele Stunden ich Unterstützung brauche, lässt sich auch sagen, in welchem Umfang finanzielle Mittel dafür aufgewandt werden müssten. Und die müssen schließlich beantragt werden.

Hier habe ich es dann mit zwei Problemen zu tun: Zum Einen können zwar einige, aber längst nicht alle Dozenten vor Beginn eines Seminars bereits verbindliche Angaben darüber machen, wie viel Literatur auf mich und somit auch auf meine Scanassistenz wartet. Im Laufe des Semesters kann immer noch etwas dazu kommen; und das in jedem Seminar und in jeder Vorlesung. In manchen Kursen ist es so, dass die Referenten von Woche zu Woche die Texte heraussuchen und auf diese Weise ein Reader zusammengestellt wird. Dies bedeutet, dass meine Scanassistenz zeitlich sehr flexibel und vor allem kurzfristig einsetzbar sein muss.

Zweitens kann man nicht einfach so sagen, sie bräuchte eine Stunde, um zwanzig oder dreißig Seiten umzusetzen. Denn wie viele Seiten sie tatsächlich in sechzig Minuten schaffen kann, hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Qualität der zugrunde liegenden Seiten ist hier vor allem entscheidend, ob Tabellen oder grafische Darstellungen darunter sind. Diese für die Bedürfnisse einer Blinden zu übertragen ist besonders aufwändig und entsprechend zeitintensiv.

Wie lange soll die Hilfskraft also arbeiten?

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Aug 26, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Aug 26, 2008