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Barrierefrei studieren?

Steh auf, du Schlafmütze!

Ich fühle mich sehr wohl in dem Spanischkurs, zu dem ich nun jede Woche zweimal gehe. Dummerweise startet der schon um Viertel nach acht. Welcher Student steht freiwillig so früh auf?

Als ich in der Schule war, ist mir das noch leichter gefallen. Der Wecker klingelte um halb sieben, manchmal auch schon um sechs. Unvorstellbar, dass ich mich um diese Zeit aus dem Bett quälen könnte! Natürlich wäre ich auch damals lieber länger liegen geblieben, aber früh aufstehen zu müssen, machte mir viel weniger aus als jetzt. Doch warum ist das so? Ich würde sagen, weil man als Student einfach faul und träge wird. Und nicht nur ich denke so darüber.

Während der Schulzeit hatte ich jeden Tag sechs Stunden Unterricht, mehrmals die Woche auch nachmittags. Danach noch Hausaufgaben. Und vor allem: Klausuren und immer wieder Abfragen. In der Uni hingegen gibt es „nur" Referate und Hausarbeiten. Es wird empfohlen, sich auf jede Stunde vorzubereiten, aber wer kontrolliert das schon? Und wer wird nicht nachlässig, wenn auch der Druck von oben zurückgeht? Welcher Student nutzt es nicht aus, dass er nahezu die Freiheit hat, seinen Stundenplan selbst zusammenzustellen? Ich reihe mich nicht bei denen ein, für die das Studentenleben aus einer einzigen, großen Party besteht. Im Gegenteil, ich lerne viel. Aber auch ich zähle zu denen, die ab und zu mal die Pflichtlektüre „vergessen" oder einfach nur das Ausschlafen genießen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jan 13, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jan 13, 2009

Barrierefrei studieren?

Wohin soll die Reise gehen?

Meine Entscheidung stand also fest: Ich wollte an den verunglückten Versuch sofort einen neuen anschließen und in einen anderen Spanischkurs wechseln. Aber in welchen? Von den Anfängerkursen passte nur noch einer in meinen Stundenplan. Ich schrieb dem Dozenten eine E-Mail (die er bis heute nicht beantwortet hat!). Zugleich entschied ich, in seine nächste Stunde zu gehen, falls ich bis dahin nichts von ihm gehört haben sollte.

Aber dann kam alles anders: Einer Studentin, die mir zufällig irgendwo über den Weg lief, erzählte ich, dass ich auf der Suche nach einem guten Spanischkurs war. Sie empfahl mir ihren. Der Haken an der Sache: Dieser Kurs hatte bereits im Sommersemester begonnen. Konnte ich es schaffen, erst im Wintersemester einzusteigen?

Dafür sprach, dass ich bereits außerhalb der Uni an einem zehntägigen Spanisch-Intensivkurs teilgenommen hatte. Außerdem reizte mich die Vorstellung, mir ein Semester Spanischunterricht zu sparen. Also fragte ich kurz entschlossen bei der Lehrerin dieses Kurses an. Ich hatte Glück; viel mehr, als ich zuvor zu hoffen gewagt hatte. Und das nicht nur, weil sie mich sofort aufnahm. Sondern vor allem auch, weil ich während des Unterrichts den Eindruck gewann, dass ich dem Stoff ganz gut folgen konnte. Denn alles, was hier durchgenommen wurde, hatten wir in dem Spanisch-Intensivkurs schon besprochen.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Jan 8, 2009
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Jan 8, 2009

Barrierefrei studieren?

Das kommt mir Spanisch vor (Teil 2)

Das Spanischbuch, mit dem die Kurse an meiner Uni arbeiten, heißt „A tope", was ungefähr so viel bedeutet, wie „Gas geben". Aber sollte ich das jetzt auch tun? Die Zurückweisung der Spanisch-Dozentin war nicht nur eindeutig, sondern auch ziemlich hart für mich.

Das Gespräch mit ihr nach der ersten Unterrichtsstunde verlief ernüchternd: Nein, sie werde nichts an ihrem Lehrkonzept ändern. Also muss ich mich eben in den Unterricht, so wie sie ihn gestaltet, einfügen. Natürlich dürfe ich bleiben. Sie wird mir nur die neuen Worte nicht buchstabieren. Wofür muss ich denn wissen, wo ein Akzent gesetzt wird? Die Lehrerin schlug mir sogar vor, den Kurs im kommenden Semester zu wiederholen. Ganz nach dem Motto: Das Ziel ist nicht, dass ich es jetzt schaffe, sondern irgendwann später, vielleicht....

Es tut jedes Mal wieder weh, wenn ich wegen meiner Sehbehinderung benachteiligt und ausgegrenzt werde. An manche Umstände kann man sich eben nie gewöhnen. Und ich stand nun vor der Frage, ob ich sofort einen weiteren Anlauf in Spanisch unternehmen sollte. Das Semester war noch jung, so gesehen hätte ich erst wenige Stunden des Spanischkurses verpasst, wenn ich nun in einen anderen Kurs wechseln würde.

Aber natürlich war ich sehr verunsichert. Würden die übrigen Spanisch-Dozenten auch so abweisend reagieren? War ich wirklich dazu bereit, dieses Risiko gleich ein zweites Mal einzugehen? Ein paar Tage lang wälzte ich diese Frage unentschlossen hin und her. Mir war klar, dass ich, wenn überhaupt, mit einem unangenehmen Gefühl in einen zweiten Kurs gehen würde. Aber mir war auch bewusst, dass der Zeitpunkt dafür nicht entscheidend war. Dieses unangenehme Gefühl würde mich begleiten, ob ich es nun dieses Semester noch einmal versuchte oder erst im nächsten. Und von daher: A Tope!

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  Dec 30, 2008
Autor: Daniela
Rubrik: studium
Dec 30, 2008