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Barrierefrei studieren?

Eine einzige, große Party

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

16.01.2009

Ich bin nicht der Typ, der in Diskotheken geht und dort dann tanzt und trinkt, bis der Morgen graut. Und das hängt sicherlich auch mit meiner Sehbehinderung zusammen. Denn ich habe noch einen kleinen Sehrest, sodass es für mich durchaus einen Unterschied macht, ob es draußen gerade Tag oder Nacht, ob es in einem Zimmer hell oder dunkel ist. Wenn es dunkel ist oder der Raum nur von flackerndem Licht erhellt wird wie in einer Diskothek, fällt es mir viel schwerer, mich zu orientieren. Wird obendrein dröhnende Musik gespielt - so laut, dass man jemanden anschreien muss, um ihn zu verstehen, obwohl er neben einem steht - verliere ich vollkommen den Überblick. Auch tragen die Menschenmassen und das Gedränge dazu bei, dass es für mich dann schnell unübersichtlich wird und ich mich unwohl fühle.

Das alles hat nichts mit meinem Leben als Studentin zu tun? Hat es doch! Viele Studenten feiern mehr, als dass sie studieren. Dass ich mich an Orten, wie ich sie gerade beschrieben habe, nicht wohl fühle, ist ein Grund dafür, weshalb ich mich von derartigen Festen eher fern halte.

Jetzt könnte man einwenden: Wenn ich mich so zurückziehe, ist es kein Wunder, dass ich kaum mit den anderen Studenten zu tun habe. Und sicherlich stimmt das auch. Mein defensives Verhalten trägt dazu bei, dass mir letztlich jede Menge Zeit für mich selbst bleibt. Aber diese Wahl treffe ich ganz bewusst. Wieso sollte ich auch zu solchen Partys gehen, wenn sie mir im Grunde genommen keinen Spaß machen?

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