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Barrierefrei studieren?

Eine Ausleihe ist nicht möglich

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

27.01.2009

Besondere Bücher, die zum Beispiel sehr alt sind, sind in unserer Universität nur im Lesesaal der Hauptbibliothek erhältlich. Aber was macht ein Blinder im Lesesaal? Lesen kann er ja nicht, zumindest keine Schwarzschrift-Bücher. Folglich kann er dort mit den Büchern auch nicht arbeiten. Was tut er also, wenn er sie dennoch braucht?

Vor genau diesem Problem stand ich neulich. Für meine Hausarbeit in einem Proseminar zur mittelalterlichen Geschichte war ich auf der Suche nach einer ganz bestimmten Quelle. Und ich fand sie dann auch: in einem Buch aus dem Jahr 1784. Und außerdem nur im Lesesaal!

Das bedeutete nichts anderes, als dass mir der Band nicht ausgeliehen wurde. Natürlich hätte ich ihn am liebsten mit nach Hause genommen, um die Seiten einzuscannen. Ich sehe aber auch ein, dass die Bibliothek die wertvollen Bücher lieber bei sich behält. Und so freute ich mich über die Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter, die mir die wenigen Seiten durch den Kopierer jagten. Es war also halb so schlimm, denn immerhin konnte eine Lösung gefunden werden.

Und natürlich ließ ich es mir bei der Gelegenheit als Buchwissenschaftlerin auch nicht entgehen, einmal so ein altes Buch in die Hand zu nehmen; es mir anzuschauen, wie die Sehenden sagen würden. So ein Buch zu ertasten - das ungewöhnliche Format, das wellige Papier - war doch sehr interessant.

Aber eine Frage ist ja nun noch offen geblieben. Nämlich die, was ein Blinder eigentlich im Lesesaal macht. Die Antwort ist ganz einfach: Nichts!

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