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Barrierefrei studieren?

Mit vielen kleinen Schritten (Teil 1)

Autor:
Daniela

Rubrik:
studium

16.02.2009

Vor kurzem brauchte ich dringend ein Buch. Das Problem dabei war nur, dass es genau dieses Buch an meiner Uni nicht gab. Man konnte es auch nicht über Fernleihe bestellen. Ausleihen konnte ich es mir nur, wenn ich mit dem Zug nach Nürnberg fuhr, um dort dann eine Teilbibliothek aufzusuchen. Also machte ich mich auf den Weg, war mir aber nicht sicher, ob ich am Ziel ankommen oder irgendwann umkehren und frustriert zurück nach Hause fahren würde. Aber bisher hatte ich ja noch immer alles geschafft, was ich mir in den Kopf gesetzt hatte. Warum sollte ich also diesmal kein Glück haben?

Was ich von der Teilbibliothek wusste, war jedoch nicht viel, nur Straße und Hausnummer. Wie ich aber dort hinkommen würde, das hatte mir vorher niemand sagen können. Ich hatte nur in Erfahrung gebracht, dass ich mit der U-Bahn zur einer bestimmten Station fahren musste. Danach bewegte ich mich im Ungewissen weiter. Ich sprach, wie man das in so einem Fall als Blinder immer macht, irgendwelche Leute an. Ein Mann war ziemlich überrascht: Zwar sei er jeden Tag hier in der Gegend unterwegs, aber wie ich am besten in die gewünschte Straße kommen könnte, wisse er leider nicht. Er empfahl mir, ungefähr 200 Meter geradeaus zu gehen und dann den Nächsten zu fragen.

So hangelt man sich als Blinder eben durchs Leben. Schritt für Schritt geht es vorwärts und natürlich vertraut man dabei auch immer wieder auf falsche Auskünfte. Denn woher sollte man auch wissen, dass sie nicht richtig sind?

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