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Was tun nach dem Abi?

Unverständnis

Autor:
Fanny

Rubrik:
auszeit nach dem abi

15.06.2010

Während ich mich mal wieder an meinen Matheaufgaben versuche, überlege ich mir, dass an unserem Bildungssystem eigentlich einiges falsch ist. Zuerst einmal die Tatsache, dass wir praktisch zum Lernen gezwungen werden und es keiner von uns freiwillig tut. Eine Woche vor der Schulaufgabe prügelt man sich alles rein, damit man möglichst gute Noten hat.

Ja, die Noten, die Zahlen, die über unsere Zukunft entscheiden werden: Mein großer Traum, Psychologin zu werden, ist schon in dem Moment geplatzt, als ich erfuhr, dass der Numerus Clausus bei 1,2 oder so liegt. Dabei bekomme ich öfters mal gesagt, wie gut ich Menschen zuhören und damit auch weiterhelfen kann, und dass ich meine Hilfe nicht aufdränge sondern sie genau richtig wäre. Ich weiß, dass es mich erfüllen würde, wenn ich Menschen mit Problemen unterstützen könnte, und was hindert mich daran? Dass ich einen Abischnitt zwischen 2,6 und 3,0 haben werde …

Was ist denn das für ein Grund? Die Fächer, die in der Schule behandelt werden, haben nicht mal annäherungsweise mit Psychologie zu tun und trotzdem entscheiden diese Noten über meine Zukunft. Ich finde das sehr fragwürdig. Genauso bekommen wir eigentlich keine Werte vermittelt: So etwas wie Hilfsbereitschaft, Mitgefühl, Freundlichkeit oder Ehrlichkeit wird nicht gelehrt, obwohl das die Dinge sind, die in der heutigen Gesellschaft fehlen. Ältere Menschen sind auf der Straße immer wieder überrascht, wenn ich freundlich "guten Tag" sage und grundsätzlich werden Jugendliche als "Ungeziefer" angesehen, weil einige keinerlei Rücksicht auf Schwächere nehmen. Ich will ja nicht sagen, dass das an der Schule liegt, aber so etwas sollte auch zum Schulstoff gehören.

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