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Was tun nach dem Abi?

Medizin, Moadla und München

Autor:
Manuel

Rubrik:
auszeit nach dem abi

07.06.2011

Auf dem Rückweg von Kroatien, wollte ich die Gelegenheit nutzen, im Indischen Konsulat in München mein Visum zu beantragen. Glücklicherweise konnte ich für die eine Nacht bei meinem ehemaligen Austauschschüler aus Slowenien unterkommen. Über 500 Euro Miete und Zusatzkosten fallen hier um die Ecke vom Goetheplatz an. „Dafür bin ich zu Fuß gleich in der medizinischen Fakultät. Für ein Fahrrad hab ich leider keinen Stellplatz, weil die Garage gerade umgebaut wird“, meinte Maks dazu. Aber in Ljubljana wäre das natürlich günstiger gewesen. Seine allererste Wahl war allerdings Heidelberg. Doch für ein Studium dort hat es nicht ganz gereicht.

Und nun zeigte mir ein Slowene die Hauptstadt Bayerns mit all ihren Sehenswürdigkeiten. Als wir bei einem Postkartenstand hielten und eine Karte anschauten, auf der auf Bayrisch die Merkmale von „Buam“ und „Moadl“ vermerkt waren, konnte ich ihm allerdings auch etwas erklären. Wir redeten deutsch, beide fließend. Und er beherrscht dazu noch Slowenisch und Englisch. Wieso ich denn nicht auch mit Medizin anfangen will, fragte er mich da. Nun, wir hatten früher über meine Begeisterung dafür, speziell TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) geredet, aber als ich nun sah, was vor ihm lag, war ich nicht ganz überzeugt: „Bis zum Sommer muss ich 7.000 Seiten für das Physikum lernen und die Praxisphasen habe ich auch noch,“ erklärte er mir.

Die LMU (Ludwig-Maximilians-Universität) hat allerdings einen guten Eindruck auf mich hinterlassen. Und spät abends in die ehrwürdigen Hallen des Hauptgebäudes der LMU einzutauchen, wo die Geschwister Scholl mit ihren Flugblättern den Widerstand gegen die Nazis wagten, bleibt ein eindrucksvolles Erlebnis. Genauso wie das Auditorium Maximum und die Staatsbilbiothek. Studentenfeeling kam auf. Und wurde im Hofbräuhaus, mit Maß, witzigen Gesprächen und fremden, bald bekannten Menschen fortgeführt.

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