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Was tun nach dem Abi?

Austauschstudenten aus Heidelberg natürlich

Ohne Kunjal hätten wir Probleme gehabt, überhaupt an Vorlesungen im Hind College teilnehmen zu dürfen. Denn wie überall in Indien, sei es Flughafen, Metro oder Shoppingcenter, sind die Sicherheitsauflagen hoch. Falls jemand fragt, sollen wir einfach sagen, wie seien Austauschstudenten aus Heidelberg, hat uns Kunjal geraten. Den Ruf dieser renommierten Uni kenne hier jeder.

Über das Studentenleben hier auf dem Campus kann man sich nicht beklagen. Zum ersten Mal nach der langen Schulzeit dürfen die Studenten tragen, was sie wollen, anstatt an Schuluniformen gebunden zu sein. Und diese und andere Freiheiten leben sie auch aus.

Kunjal selbst ist in der Theatre Society, die mit ihren Street Performances viel vor hat. Nur eine Vorlesung hatte er an diesem Tag und dann heißt es erst mal Kommilitonen in der Cafeteria treffen, Spaß haben und sich austauschen. Für uns war das eine gute Gelegenheit, weitere indische Snacks auszuprobieren. Während wir uns gegen Mittag schon verabschiedeten, steht Kunjal noch Arbeit für die Society bevor. Täglich, manchmal sogar samstags und sonntags. Und das bis spät abends. Bei dem schwülen Wetter kann einem so ein langer Tag wirklich zusetzen. Das erfordert eine ganz andere Art von Fitness!

Autor: Manuel  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 24, 2011
Autor: Manuel
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 24, 2011

Was tun nach dem Abi?

Studieren auf Hindi

Delhi erstreckt sich auf über 100 Kilometern und dutzende Millionen Menschen leben hier. Wenn es in München im ersten Semester Maschinenbau überfüllte Hörsäle mit rund 1.000 Studierenden gibt, wie wird das dann erst hier in der Metropole des Subkontinents Indien sein?

Zusammen mit meinem Kumpel, der aus Deutschland angereist ist, und seinem ehemaligen Austauschschüler, machten wir uns auf zum Hindu College, North Campus. Einfach mal ein bisschen in den Alltag reinschnuppern. Über eine Stunde sind wir mit der Metro gefahren und dann haben wir uns noch eine Fahrrad-Rikscha geschnappt. Doch vor uns lag dann kein monumentaler Bau, sondern ein Backsteingebäude aus dem 19. Jahrhundert. Von großen Hörsälen keine Spur.

Der Vorlesungssaal war nicht größer als ein Klassenzimmer, in dem sich circa 40 Studierende in die engen Holzbänke drängten. Economics stand auf dem Plan, die Nachkriegszeit, die Unabhängigkeit Indiens und die Entwicklung des Wirtschaftssystems. In „Hinglisch“ konnte man da nur schwer folgen und der Professor schien auch etwas durcheinander zu sein. Über der Tafel nisteten zwei Tauben, die die Stunde mit ihrem geschäftigen Treiben interessanter gestalteten. Die Hälfte der Studierenden hat geschlafen, die andere Hälfte schrieb fleißig mit. Der Grund: Es kommt auf die Anwesenheit an, denn die wird kontrolliert und mit Punkten belohnt. „I know all the stuff or I'm gonna study it at home. That's how it works here", meinte Kunjal, um seine eigene Ruhepause während der Stunde zu entschuldigen. In den technischen Universitäten sähe das aber auch noch mal ganz anders aus. Das Hindu College lege aber absichtlich Wert auf diese kleinen Kurse, wodurch natürlich auch weniger Studenten zugelassen werden.

Autor: Manuel  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 19, 2011
Autor: Manuel
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 19, 2011

Was tun nach dem Abi?

Home, sweet Indian home

War das wirklich der gleiche Flughafen wie vor drei Jahren? Damals noch ein dunkles, erdrückendes Gebäude, erstrahlt der Inira Ghandi Airport in neuem Glanz. Die Commonwealth Games haben nicht nur hier das Infrastrukturtempo erhöht.

Neue Autobahnen, Flyovers (Autobahnen auf mehreren Ebenen) und die Metro haben Delhis Verkehr dramatisch verwestlicht. Klar sind da noch Staus. Aber weit weniger als noch vor drei Jahren. Außerdem gibt es jetzt mehr neue Busse. Vorher fuhren die Menschen in alten, klapprigen Gefährten oder auf Fahrradrikshas, die das Vorankommen in Delhi so abenteuerlich gestaltet hatten. Und Amitoj, mein ehemaliger Austauschpartner, meinte obendrein: „See that  alles noch an Ort und Stelle. Diese Vertrautheit ist nach zwei Monaten umherreisen ganz ungewohnt. Glücklicherweise bleiben die „Welcome to India" Erlebnisse aber nicht aus: Stromausfälle, bei denen man plötzlich kein Ticket mehr buchen kann, ein verstopftes Klo und ein Gas- und Wasserinstallateur, der mit Radachsen versucht, das Problem zu lösen. This is India! Incredible India!

Autor: Manuel  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 12, 2011
Autor: Manuel
Rubrik: orientieren
Aug 12, 2011