zum Inhalt

Kopfbereich

interaktiv

Hauptbereich

Was tun nach dem Abi?

Die Qual der Wahl

Autor:
Janna

Rubrik:
orientieren

20.08.2012

Mittlerweile haben wir Mitte August, und die meisten Universitäten haben ihre Zu- und Absagen rausgeschickt. Es ist nicht so, dass ich keinerlei Zusagen bekommen hätte, aber das Blöde ist, dass man mit Zusagen nicht immer etwas anfangen kann. Ein Beispiel: Man hat sich an einer Uni für einen Bachelor mit zwei Hauptfächern beworben und dabei Geschichte und Medienwissenschaften gewählt. Eine Zusage für Geschichte trudelt wenige Wochen später ein – nur für Medienwissenschaften hat es leider nicht gereicht. Ich habe keine Ahnung, woher die ganzen Abiturienten mit Einser-Abiturschnitten kommen. Nur leider sind diese anscheinend der Grund dafür, dass ich, als zwar nicht gerade dumme, aber faule und daher nur mit einem Schnitt von 2,0 gesegnete Studienbewerberin an vielen Unis keine Zusagen erhalten habe, mit denen ich vernünftige Studienfachkombinationen zusammen bekomme.

Ich habe mich an zwölf Unis beworben, drei davon sind mir mit unterschiedlichen Fächerkombinationen geblieben: Mathe und Deutsch auf Lehramt in Bonn, Deutsche Sprache und Literatur und Pädagogik in Köln und Germanistik und Linguistik in Düsseldorf. Und für jede dieser Möglichkeiten gibt es Vor- und Nachteile, die mir die Entscheidung, vor allem für die jeweilige Stadt, schwer machen.

Düsseldorf ist die Universitätsstadt, die meinem Zuhause am nächsten liegt, dort war ich schon ein paar Mal, ich kenne mich auf dem Campus und mit dem Bahnnetz halbwegs aus, und ich müsste, wenn ich dort anfangen sollte zu studieren, meine Babysittingstellen und meinen Tanzkurs nicht aufgeben.

Aber was auf der einen Seite positiv erscheint, ist auch das, was mich auf der anderen Seite am meisten an Düsseldorf stört. Es ist so nah! Ich müsste nicht ausziehen – was ich aber unbedingt vorhabe – und es wäre eine weitere Vermeidung, einen wirklichen Neuanfang zu riskieren. Ich bin ein Mensch, der Veränderungen nur schwer akzeptieren kann, aber momentan fühle ich mich danach, und wenn ich schon einmal so weit bin, dann sollte ich das auch durchziehen!

Köln ist bereits ein Stück weiter entfernt, aber nicht vollkommen aus der Welt. Auch dort war ich schon und mag die Innenstadt und den Rhein – auch wenn ich das als Fast-Düsseldorferin natürlich niemals zugeben würde. Die Stadt hätte die perfekte Entfernung zu meinem jetzigen Wohnort: Weit genug weg, damit ich ausziehen muss und lerne, auf eigenen Füßen zu stehen, nah genug, um in einer guten Stunde mit der Bahn zu meiner Familie fahren zu können.

Gegen Köln hingegen spricht, dass es eben diese riesige Stadt Köln ist, dass ich an der Universität wahrscheinlich zu Anfang mutterseelenallein bin und niemanden kenne und dass die Mieten unendlich hoch sind.

In Bonn hat mein Vater eine Weile studiert und die Zeit dort ziemlich genossen. Die Stadt ist mir bisher nur durch ein paar Museumsbesuche bekannt, aber als Studentenstadt wohl recht gut geeignet, da sie bezahlbar, kulturell interessant und übersichtlich ist. Außerdem studiert eine sehr gute Freundin von mir höchstwahrscheinlich auch dort, sodass ich eine Bezugsperson hätte.

Aber andererseits ist Bonn trotzdem noch ein ganzes Stück weiter weg als Köln oder Düsseldorf und mir bisher so unbekannt, dass ich nicht weiß, ob ich mich dort wirklich zurecht finden würde. Es ist beruhigender, wenn man weiß, dass man zwar etwas Neues beginnt, aber das Neue schon einmal aus der Ferne betrachtet hat und nicht direkt ins kalte Wasser geworfen wird. Dazu kommt, dass ich mich mit Mathe und Deutsch auf Lehramt zwar gut anfreunden kann, aber diese Fächerkombination noch diejenige ist, bei der ich am wenigsten weiß, ob sie wirklich das ist, was ich machen möchte.

Die Zeit drängt. Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden werde, aber ich muss bald eine Wahl treffen. Und habe dafür nur noch wenige Tage.

Diesen Artikel teilen