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Was tun nach dem Abi?

Die Qual der Wahl

Mittlerweile haben wir Mitte August, und die meisten Universitäten haben ihre Zu- und Absagen rausgeschickt. Es ist nicht so, dass ich keinerlei Zusagen bekommen hätte, aber das Blöde ist, dass man mit Zusagen nicht immer etwas anfangen kann. Ein Beispiel: Man hat sich an einer Uni für einen Bachelor mit zwei Hauptfächern beworben und dabei Geschichte und Medienwissenschaften gewählt. Eine Zusage für Geschichte trudelt wenige Wochen später ein – nur für Medienwissenschaften hat es leider nicht gereicht. Ich habe keine Ahnung, woher die ganzen Abiturienten mit Einser-Abiturschnitten kommen. Nur leider sind diese anscheinend der Grund dafür, dass ich, als zwar nicht gerade dumme, aber faule und daher nur mit einem Schnitt von 2,0 gesegnete Studienbewerberin an vielen Unis keine Zusagen erhalten habe, mit denen ich vernünftige Studienfachkombinationen zusammen bekomme.

Ich habe mich an zwölf Unis beworben, drei davon sind mir mit unterschiedlichen Fächerkombinationen geblieben: Mathe und Deutsch auf Lehramt in Bonn, Deutsche Sprache und Literatur und Pädagogik in Köln und Germanistik und Linguistik in Düsseldorf. Und für jede dieser Möglichkeiten gibt es Vor- und Nachteile, die mir die Entscheidung, vor allem für die jeweilige Stadt, schwer machen.

Düsseldorf ist die Universitätsstadt, die meinem Zuhause am nächsten liegt, dort war ich schon ein paar Mal, ich kenne mich auf dem Campus und mit dem Bahnnetz halbwegs aus, und ich müsste, wenn ich dort anfangen sollte zu studieren, meine Babysittingstellen und meinen Tanzkurs nicht aufgeben.

Aber was auf der einen Seite positiv erscheint, ist auch das, was mich auf der anderen Seite am meisten an Düsseldorf stört. Es ist so nah! Ich müsste nicht ausziehen – was ich aber unbedingt vorhabe – und es wäre eine weitere Vermeidung, einen wirklichen Neuanfang zu riskieren. Ich bin ein Mensch, der Veränderungen nur schwer akzeptieren kann, aber momentan fühle ich mich danach, und wenn ich schon einmal so weit bin, dann sollte ich das auch durchziehen!

Köln ist bereits ein Stück weiter entfernt, aber nicht vollkommen aus der Welt. Auch dort war ich schon und mag die Innenstadt und den Rhein – auch wenn ich das als Fast-Düsseldorferin natürlich niemals zugeben würde. Die Stadt hätte die perfekte Entfernung zu meinem jetzigen Wohnort: Weit genug weg, damit ich ausziehen muss und lerne, auf eigenen Füßen zu stehen, nah genug, um in einer guten Stunde mit der Bahn zu meiner Familie fahren zu können.

Gegen Köln hingegen spricht, dass es eben diese riesige Stadt Köln ist, dass ich an der Universität wahrscheinlich zu Anfang mutterseelenallein bin und niemanden kenne und dass die Mieten unendlich hoch sind.

In Bonn hat mein Vater eine Weile studiert und die Zeit dort ziemlich genossen. Die Stadt ist mir bisher nur durch ein paar Museumsbesuche bekannt, aber als Studentenstadt wohl recht gut geeignet, da sie bezahlbar, kulturell interessant und übersichtlich ist. Außerdem studiert eine sehr gute Freundin von mir höchstwahrscheinlich auch dort, sodass ich eine Bezugsperson hätte.

Aber andererseits ist Bonn trotzdem noch ein ganzes Stück weiter weg als Köln oder Düsseldorf und mir bisher so unbekannt, dass ich nicht weiß, ob ich mich dort wirklich zurecht finden würde. Es ist beruhigender, wenn man weiß, dass man zwar etwas Neues beginnt, aber das Neue schon einmal aus der Ferne betrachtet hat und nicht direkt ins kalte Wasser geworfen wird. Dazu kommt, dass ich mich mit Mathe und Deutsch auf Lehramt zwar gut anfreunden kann, aber diese Fächerkombination noch diejenige ist, bei der ich am wenigsten weiß, ob sie wirklich das ist, was ich machen möchte.

Die Zeit drängt. Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden werde, aber ich muss bald eine Wahl treffen. Und habe dafür nur noch wenige Tage.

Autor: Janna  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 20, 2012
Autor: Janna
Rubrik: orientieren
Aug 20, 2012

Was tun nach dem Abi?

Tage, die man streichen muss

Es gibt einfach Tage, da denkt man sich: „Wäre ich doch im Bett geblieben!“ Der letzte Mittwoch war so ein Tag. An sich sah alles sehr ansprechend aus, die Wellen waren super, genau wie das Wetter sowie die Stimmung im Team. Doch das war es dann auch an positiven Dingen; der Unglückstag nahm seinen Lauf: Zuerst riss eine Naht meines Neoprenanzuges, was an und für sich kein Drama ist, nur eben ärgerlich, weil schwer zu reparieren und teuer! Nichtsdestotrotz bin ich ins Wasser gesprungen, denn die Wellen sahen einfach zu verlockend aus. Lange konnte ich allerdings nicht bleiben, da mein Körper aus mir unerklärlichen Gründen beschloss, in sechs verschiedenen Muskelgruppen gleichzeitig zu krampfen. Das war wirklich eine extrem unbequeme Erfahrung, zumal ich mich ja gleichzeitig noch irgendwie über Wasser halten musste! Ich bin dann raus aus dem Wasser, habe etwas gegessen und Magnesiumtabletten geschluckt. Ungefähr zwei Stunden später habe ich mich dann wieder ins Wasser getraut, trotz ziemlich verhärteter Muskeln. Hätte ich wohl lieber nicht machen sollen, denn nach nur zwei Wellen hat es mich auf der dritten ziemlich zerbröselt, ein paar mal ums Brett gewickelt und gut durchgespült. Die Schulter tat danach ziemlich weh, was mich dummerweise nicht daran gehindert hat, im Wasser zu bleiben. Dann habe ich zufällig einen Riss in meinem Surfboard gemerkt, der definitiv Wasser aufgesogen hat. Ich bin also so schnell wie möglich an Land, um den Schaden zu begutachten, wodurch meine Laune noch weiter absank. Die Reparatur wird wohl nicht allzu schwierig, jedoch zeitaufwendig und vermutlich etwas teurer und war im Budget nicht eingeplant. Glücklicherweise gibt es in einem Surfcamp genug nette Kollegen, die einem ihre Zweit-Bretter leihen.

Mit den bisherigen Ereignissen war es aber leider noch nicht erledigt; abends bin ich dann nämlich noch an einem Schlagloch im Asphalt der Campingplatz-Straße hängen geblieben und habe mir ein richtig großes Stück Fleisch aus dem großen Zeh gerissen. Wie gesagt, Tage wie diese muss man einfach so schnell wie möglich vergessen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 14, 2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 14, 2012

Was tun nach dem Abi?

Back to school

Die zweite Kurswoche stand an und schnell war klar, dass ich in das Team kommen würde, welches einer Schulklasse – als Sportkurs auf Studienfahrt – das Surfen beibringen sollte.

Schon lustig, da habe ich mich ewig darauf gefreut, die Schule Schule sein zu lassen und hier in Frankreich mein eigenes Ding zu machen, und schon habe ich wieder mit seltsamen Gruppendynamiken zu tun. Jedenfalls habe ich zu Beginn so gedacht, aber im Lauf der Woche habe ich bemerkt, wie entspannt es eigentlich war. Vollkommen überrascht davon, wie nett Schulkameraden zueinander sein können, hat mir der Kurs enorm viel Spaß gemacht! Die Stimmung, Motivation und Fitness innerhalb der Gruppe war so hoch, dass das an sich ziemlich ausgefeilte Lehrgangsmodell nach dem ersten Tag über den Haufen geworfen wurde und ein gänzlich anderes Ding lief. Das lustigste allerdings war der Lehrer, der von meinem kompletten Team erstmal als Schüler eingestuft worden war – dass er Lehrer war, stellte sich am Ende nur durch Zufall heraus. Es war also nicht nur eine Lehrerin als Begleitperson dabei! Die beiden Lehrer haben uns Teammitgliedern das Leben um einiges leichter gemacht, denn durch deren Autorität reichten meist zwei Ansagen, um die Leute zu etwas zu bringen. Im Vergleich zu Einzelbucherkursen ist das echt wenig.

Die Wellen waren für den Anfängerkurs perfekt, nicht zu groß, aber halt auch nicht zu klein. Das könnte nächste Woche anders werden, denn laut aktueller Wettervorhersage bläst es den Isländern gerade die Schafe und Hausdächer um die Ohren, was für uns hier unten in Frankreich große Wellen bedeutet.

Zum Glück kommt nächste Woche eine 26-köpfige Gruppe der Bundeswehr, was wieder eine recht entspannte Atmosphäre erahnen lässt. Denn die Bundeswehr steht hier im Camp in dem Ruf, nicht totzukriegen zu sein. Gemeint ist dabei die körperliche Fitness, welche sehr beachtlich ist und unsere Arbeit um einiges erleichtert.

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Aug 6, 2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
Aug 6, 2012