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Was tun nach dem Abi?

Angsthase

Autor:
Maja

Rubrik:
orientieren

19.12.2012

Neulich war ich mit einem Freund in Malinalco, einem kleinen Dorf südwestlich von Mexiko-Stadt. Dort haben wir uns zwei Tage lang erholt. Zuerst haben wir die historische Stätte von Malinalco besichtigt, die ganz malerich auf einem Berg liegt. Danach haben wir auf einem wirklich schönen abgeschiedenen Campingplatz im Wald unser Zelt aufgebaut und Feuerholz gesucht.

Abends wollten wir dann im Dorf Essen gehen, aber leider hatten alle Restaurants schon um sieben Uhr zu gemacht. Also haben wir Pozole (eine typische Hühner-Maissuppe) und Pambassos (frittierte Kartoffelbrötchen) an einem Stand gegessen und danach Café de Olla (süßer Kaffee mit Zimt) getrunken. Da es hier schon um sechs Uhr dunkel wird, haben wir noch einen kleinen Nachtspaziergang gemacht. Dabei hat es mich ein bisschen gegruselt, weil einfach keine Menschenseele unterwegs war – wie ausgestorben.

Auch auf dem Zeltplatz war es ziemlich unheimlich. Ständig ging der Wind und hat die am Boden liegenden Blätter durchgewirbelt und die Ästchen zum Knacken gebracht. Selbstverständlich haben Grillen gezirpt und Nachtvögel geschrien und ab und an kam ein streunender Hund vorbei.

Irgendwie hat sich also keine richtige Lagerfeueratmosphäre einstellen wollen und deswegen sind wir auch bald ins Bett gegangen. Was nicht automatisch heißt, dass ich geschlafen hätte. Während mein Freund laut schnarchend geratzt hat, habe ich noch stundenlang dem Geraschel und Getappe gelauscht und bin immer wieder aus dem Schlaf hochgeschreckt. Erst als morgens schon die Sonne aufgegangen war und ich die vermutlich schlimmste Nacht meines Lebens hinter mich gebracht hatte, konnte ich schlafen.

Der nächste Tag hat uns dafür mit wunderbarem Sonnenschein belohnt. Wir haben auf der Urwaldlichtung ein leckeres Frühstück zu uns genommen und im Anschluss eine Wanderung zu einem „Sabino”, einem riesigen Baum, gemacht. Das Besondere an diesem Baum ist, dass seine Wurzeln sehr tief reichen, er Wasser nach oben saugt und sich um ihn herum ein kleiner See bildet. Dort sind wir noch schwimmen gegangen, bevor wir dann wieder nach Mexiko-Stadt zurückgefahren sind. Jetzt bin ich heilfroh, dass ich ganz sicher in meinen eigenen vier Wänden entspannt schlafen kann.

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