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Was tun nach dem Abi?

Pflegepraktikum

Nachdem am Montag mein Pflegepraktikum beginnt, musste ich diese Woche noch kurz zu einer Art Vorstellungsgespräch, um die letzten Unklarheiten zu besprechen.

So habe ich erfahren, dass ich ein Gesundheitszeugnis benötige, da ich im Pflegepraktikum beispielsweise Patienten das Essen bringen muss. Also bin ich zum Gesundheitsamt gelaufen, um mir das Zeugnis ausstellen zu lassen. Das geht recht einfach, da es, im Vergleich zu vielen anderen Ämtern, doch ziemlich unbürokratisch funktioniert.

Das einzige was man braucht ist ein Personalausweis und 20 Euro. Ja, 20 Euro, das hat mich auch etwas schockiert. Man zahlt 20 Euro dafür, 15 Minuten in einem Wartezimmer zu sitzen. Dann wird man aufgerufen, bekommt ein (!!!) Din-A4-Blatt ausgehändigt und soll dieses durchlesen. Anschließend bestätigt man per Unterschrift, dass man das Blatt durchgelesen hat und mit keiner der aufgelisteten Krankheiten wissentlich infiziert ist. Dafür erhält man dann das Zeugnis und die Rechnung über 20 Euro.

Aber gut, daran führt halt leider kein Weg vorbei; es ist nur schade, dass das Krankenhaus, in dem ich das Pflegepraktikum mache, mir die Kosten nicht erstattet. Andererseits ist es auch ziemlich konsequent, schließlich erhält man während des Praktikums keinen Cent. Trotz 40-Stunden-Woche mit Früh- bzw. Spätschichten. Allein die Wochenenddienste bleiben einem erspart. Da ich jedoch vier Tage Urlaub – ich will Ende März zum Snowboarden – „reinarbeiten“ muss, muss ich da wohl auch durch.

Aber ehrlich gesagt freue ich mich auch schon richtig darauf. Endlich mal wieder etwas Sinnvolles zu tun, tut sicherlich gut! Und da ich in der Inneren, mit Spezialisierung auf Kardiologie und Gastroenterologie, eingesetzt werde, habe ich auch fast nur mit älteren Leuten zu tun, die vermutlich wirklich auf Hilfe angewiesen sein werden. Im Gegenzug haben diese dafür sehr oft wirklich interessante Geschichten zu erzählen. Ich bin also gespannt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  Feb 13, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
Feb 13, 2013

Was tun nach dem Abi?

Studiums-Resümee

Lange habe ich mich nicht mehr gemeldet. Nicht, weil ich keine Lust mehr gehabt hätte, meine Erfahrungen zu teilen, sondern eher, weil ich mir nicht sicher war, wie ich meine – zugegeben etwas unrühmlichen – Erlebnisse schön verpacken konnte.

Doch von vorne: Ich habe ja angefangen Physik zu studieren, weil ich das Fach in der Schule unglaublich spannend fand und auch nicht allzu schlecht darin war. Dass ein Fach im Studium häufig nicht ganz dem Schulfach entspricht, war mir klar, leider aber doch nicht so klar wie jetzt. Auf einen Mathe-Anteil von 75 Prozent war ich nicht eingestellt, eher auf 50. Und selbst das hatte mich schon damals, als die Entscheidung fiel, eher skeptisch gestimmt. Nun ist es nicht so, dass ich schlecht in Mathe bin oder war, definitiv besser als viele! Allerdings ist das Niveau hier an der Uni eben doch ein ganz anderes. Auch bin ich niemand, der vor Herausforderungen zurückschreckt oder keine Lust auf Anspruch hat. Was aber, zumindest für mich, unerlässlich ist, ist die Motivation, der Spaß, ein Ziel. Alle drei Dinge vermisse ich seit Anfang Oktober.

Zeit für Nebenbeschäftigungen bleibt kaum, sodass auch die Eingliederung in ein soziales Umfeld schwer fällt. Verfolgt man das Studium zielstrebig, bleibt keiner meiner Kommilitonen unter einer 55 Stunden-Woche. Realistischer ist irgendetwas zwischen 60 und 70 Stunden, Wochenende bleibt einem auch keines. Auch das sind Dinge, die mich, solange die Motivation noch vorhanden ist, nicht wirklich stören (solange für Grundlegendes Zeit bleibt). Aber wie gesagt, Mathe in dem Umfang hat meiner Meinung nach nichts mit Spaß oder sonst irgendetwas zu tun. Deshalb habe ich mich entschlossen mit Physik aufzuhören.

Zugegeben, leicht fiel mir die Entscheidung nicht; es hat einen faden Beigeschmack und ich fühle mich ein bisschen wie ein Versager, aber bevor ich mich fünf Jahre durch irgendetwas durchkämpfe, womit ich unterm Strich nie glücklich werde, entscheide ich mich lieber frühzeitig, wenn noch Zeit für ein Umdenken ist.

Was dieses Umdenken hervorbringt, werden die kommenden Wochen zeigen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  Jan 9, 2013
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
Jan 9, 2013

Was tun nach dem Abi?

Angsthase

Neulich war ich mit einem Freund in Malinalco, einem kleinen Dorf südwestlich von Mexiko-Stadt. Dort haben wir uns zwei Tage lang erholt. Zuerst haben wir die historische Stätte von Malinalco besichtigt, die ganz malerich auf einem Berg liegt. Danach haben wir auf einem wirklich schönen abgeschiedenen Campingplatz im Wald unser Zelt aufgebaut und Feuerholz gesucht.

Abends wollten wir dann im Dorf Essen gehen, aber leider hatten alle Restaurants schon um sieben Uhr zu gemacht. Also haben wir Pozole (eine typische Hühner-Maissuppe) und Pambassos (frittierte Kartoffelbrötchen) an einem Stand gegessen und danach Café de Olla (süßer Kaffee mit Zimt) getrunken. Da es hier schon um sechs Uhr dunkel wird, haben wir noch einen kleinen Nachtspaziergang gemacht. Dabei hat es mich ein bisschen gegruselt, weil einfach keine Menschenseele unterwegs war – wie ausgestorben.

Auch auf dem Zeltplatz war es ziemlich unheimlich. Ständig ging der Wind und hat die am Boden liegenden Blätter durchgewirbelt und die Ästchen zum Knacken gebracht. Selbstverständlich haben Grillen gezirpt und Nachtvögel geschrien und ab und an kam ein streunender Hund vorbei.

Irgendwie hat sich also keine richtige Lagerfeueratmosphäre einstellen wollen und deswegen sind wir auch bald ins Bett gegangen. Was nicht automatisch heißt, dass ich geschlafen hätte. Während mein Freund laut schnarchend geratzt hat, habe ich noch stundenlang dem Geraschel und Getappe gelauscht und bin immer wieder aus dem Schlaf hochgeschreckt. Erst als morgens schon die Sonne aufgegangen war und ich die vermutlich schlimmste Nacht meines Lebens hinter mich gebracht hatte, konnte ich schlafen.

Der nächste Tag hat uns dafür mit wunderbarem Sonnenschein belohnt. Wir haben auf der Urwaldlichtung ein leckeres Frühstück zu uns genommen und im Anschluss eine Wanderung zu einem „Sabino”, einem riesigen Baum, gemacht. Das Besondere an diesem Baum ist, dass seine Wurzeln sehr tief reichen, er Wasser nach oben saugt und sich um ihn herum ein kleiner See bildet. Dort sind wir noch schwimmen gegangen, bevor wir dann wieder nach Mexiko-Stadt zurückgefahren sind. Jetzt bin ich heilfroh, dass ich ganz sicher in meinen eigenen vier Wänden entspannt schlafen kann.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  Dec 19, 2012
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
Dec 19, 2012