interaktiv

Was tun nach dem Abi?

Bin ich studierfähig?!

Autor:
Johannes

Rubrik:
orientieren

07.03.2013

Wie ihr wisst, habe ich mich ja für Medizin an verschiedenen Hochschulen beworben. Über die Abiturbestenquote bin ich leider nicht mehr ausgewählt worden, dafür wäre in Bayern ein Schnitt von 1,2 nötig gewesen. Dafür bin ich an allen sechs Unis ins weitere Auswahlverfahren aufgenommen worden, sodass im Prinzip noch alles möglich war. Und so wurde ich schließlich auch von der Uni Münster zu deren sogenanntem „Studierfähigkeitstest“ eingeladen. Laut Uni Münster ist dieser dafür gedacht, neben intellektuellen Fähigkeiten eben auch soziale Kompetenzen abzuklopfen, die ja für den Arztberuf ebenso wichtig sind.

„Gut“, dachte ich mir „kann ja nicht schaden da mitzumachen!“. Doch dann sah ich das Datum: Mitten unter der Woche, einen ganzen Tag lang. Also was tun? Schließlich befinde ich mich ja immer noch im Pflegepraktikum, in dem ich auf knapp 40 Wochenstunden kommen muss. Glücklicherweise hatte die Stationsleiterin aber Verständnis und räumte mir den Tag frei, dafür muss ich dann halt das darauffolgende Wochenende durcharbeiten.

Die Vorbereitung auf den Test bestand für mich lediglich darin, ein Motivationsschreiben zu verfassen, in dem ich haarklein erklären sollte, weshalb ich der einzig geeignete Student bin. Schließlich war es so weit. 160 ziemlich nervös aussehende Mitstreiter standen da rum, von denen letzen Endes nur 80 genommen werden würden.

Nachdem alle erfasst waren, ging es an den zweiten von drei Test-Bestandteilen: den medizinisch-naturwissenschaftlichen Verständnistest. In 90 Minuten waren 60 Fragen aus den Themenbereichen Medizin und Biologie, zu kleinen Teilen aber auch Chemie und Physik, zu beantworten. Dabei war der Test so konzipiert, dass man kaum mehr als die Hälfte der Fragen korrekt würde beantworten können. Vermutlich liege ich selbst auch bei circa 50 Prozent. Ich muss allerdings sagen, dass ich mir Schlimmeres vorstellen kann, als unter lauter 1,0- bis 1,4-Abiturienten „nur“ im Durchschnitt zu liegen.

Der dritte, letzte und spannendste Teil des Studierfähigkeitstests waren kleinere „Rollenspiele“, in denen die Interaktion mit Patienten bewertet wurde. Von „Arzt-Patienten“-Gesprächen über handwerkliche Fähigkeiten wie dem Ausführen chirurgischer Knotentechniken (natürlich nur unter Anleitung) sowie Persönlichkeitstests war alles dabei. Jedoch wusste man nie, was tatsächlich bewertet wurde, damit ein „Verstellen“ der Bewerber ausgeschlossen werden konnte. Auf die Ergebnisse des Tests werde ich wohl noch etwas warten müssen, die Chancen stehen jedoch nicht ganz so gut, da die Abiturnote immer noch zu knapp 70 Prozent ausschlaggebend ist und ich mit 1,3 leider zu den schlechteren gehöre. Aber mal schauen, ich bin gespannt!

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